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Schätze der Erinnerung – Familienfotoalben gestalten

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Kaum ist der Urlaub vorbei, freue ich mich schon auf das nächste Highlight: Das Gestalten unseres Urlaubsalbums! Das macht mir einfach unheimlich viel Spaß. Ich kann auf diese Weise den Urlaub fast noch einmal erleben, in Erinnerungen schwelgen, mich auf das Schöne und Gute und Bewahrenswerte besinnen und einen Schatz für unser Familienleben schaffen, denn Fotoalben werden bei uns sehr gern und oft angeschaut.

Im Lauf der letzten sechs Jahre (und eigentlich auch schon davor) habe ich etliche Alben gestaltet, unter anderem mehrere Bände des Familienbuchs vom SCM-Verlag, und inzwischen habe ich eine gewisse Routine dafür entwickelt. Nach wie vor mag ich es gern “klassisch” – also anstatt die Fotos am Computer anzuordnen und ein fertiges Album in Buchform drucken zu lassen, bestelle ich die einzelnen Bilder und klebe sie von Hand ein. Das hat sicher einige Nachteile (unter anderem sind die traditionellen Fotoalben viel schwerer und dicker…) – aber ich mag es einfach, Dinge von Hand zu machen, zu kleben, zu schreiben, zu stempeln, zu malen, und am Ende ein ganz persönliches Dokument unseres Familienlebens in Händen zu halten, absolut einzigartig und unverwechselbar.

Wie man ein Fotoalbum mit einfachen Mitteln aufmotzen und individualisieren kann, das zeige ich euch in diesem Post. Vielleicht habt ihr Lust, die eine oder andere Idee in eurem eigenen Ferienalbum umzusetzen – oder ihr werdet inspiriert, was ganz anderes auszuprobieren und euren ganz eigenen Stil zu finden! Beides würde mich natürlich freuen 🙂

Die Vorarbeit

Die Gestaltung des Fotoalbums beginnt für mich eigentlich schon mit Beginn des Urlaubs. Denn im Urlaub entstehen ja die Fotos und Erinnerungen, die wir im Album festhalten werden. Während wir unterwegs sind, achte ich also darauf, möglichst gute und aussagekräftige Fotos zu machen. Und ich sammle alles, was sich darüber hinaus ins Album kleben lässt: Eintrittskarten, Flyer, Postkarten, kostenlose Stadtpläne, Bonbonpapiere und was mir sonst so in die Hände fällt. Schön ist auch, Blüten oder Pflanzen zu pressen (aber nur die pflücken, die gepflückt werden dürfen!) und einzukleben. Wenn die Kinder einen lustigen oder tiefsinnigen Spruch vom Stapel lassen, schreibe ich ihn auf und verwende ihn später im Ferienalbum, genauso wie kleine Kritzeleien und Zeichnungen. Alles kann – nichts muss!

Zurück zu Hause müssen die Fotos sortiert und ausgewählt werden. Das ist nicht gerade meine Lieblingsaufgabe… Ich gehe eigentlich immer chronologisch vor und lege extra Ordner für jeden Urlaubstag an – das macht mir später auch das Einkleben leichter, wenn ich weiß, welches Bild zu welchem Tag gehört. Bei der Fotoauswahl lasse ich mir manchmal auch von meinem Mann helfen 🙂 Ich bestelle die Fotos eigentlich immer in der Größe 9×13; besonders schöne Motive lasse ich größer drucken.

Wenn die Fotos da sind, besorge ich mir ein großes, günstiges Fotoalbum – die gibt es für ein paar Euro zum Beispiel in Drogeriemärkten. Dort kaufe ich auch doppelseitig klebende Fotokleber (wobei ich aktuell auf der Suche nach einer weniger bis keinen Müll verursachenden Alternative bin).

Um beim Einkleben der Bilder keine böse Überraschung zu erleben, rechne ich im Vorfeld aus, wie viele Fotos ich pro Seite aufkleben muss bzw. kann und wie viele Seiten pro Urlaubstag ich zur Verfügung habe – so stelle ich sicher, dass ich am Ende auch mit der Seitenanzahl hinkomme.

Und jetzt kann es endlich losgehen!

Dies sind die Materialien, die ich gern zum Gestalten der Fotoalben verwende:

  • Aquarellfarben und/oder wasserlösliche Stifte
  • bunte Papiere
  • (Buchstaben-)Stempel
  • Masking Tapes
  • schwarzer Buntstift
  • schwarze und weiße Marker

Hier könnt ihr einfach verwenden, was ihr da habt. Die Anschaffung eines Sets Buchstabenstempel lohnt sich meiner Meinung nach aber immer! 🙂 Und Masking Tapes kann man natürlich auch nie zu viele haben…

Farbe ins Spiel bringen:

Um ein Fotoalbum bunt zu gestalten, muss man nicht malen können: Ein paar Linien, Punkte und Tupfer reichen schon aus!

Ich habe für mich festgestellt, dass ich es (zur Zeit) besonders schön finde, wenn ich ein paar (krumme) Linien mit einem schwarzen Buntstift horizontal oder vertikal übers Papier ziehe und diese mit ein paar bunten Punkten in Aquarellfarben versehe.

Reizvoll ist es auch, einzelne Bilder mit etwas Aquarellfarbe zu umranden. Da das Papier des Albums nicht besonders dick ist, arbeite ich mit möglichst wenig Wasser.

Auf den drei folgenden Bildern habe ich wasserlösliche Stifte verwendet und die Farbe mit einem feuchten Pinsel verwischt. Das ergibt die schönsten Effekte, finde ich.

Grundsätzlich achte ich darauf, für die dekorativen Elemente Farben zu verwenden, die auch zu den Fotos auf der entsprechenden Seite passen.

Es macht mir Spaß, unterschiedliche Muster und Formen auszuprobieren – auch Kritzel mit einem schwarzen Buntstift können eine Seite aufpeppen! Mit der Zeit findet man heraus, welche Deko-Elemente einem am Besten gefallen – für mich sind das wahrscheinlich Punkte in unterschiedlichen Größen, ich mag aber ebenso Blattformen, Sterne, kleine Striche, und eben Kritzel 🙂 Oft inspirieren mich auch die Motive auf den Fotos der entsprechenden Seite zu einem Muster.

Masking Tape

Das vielleicht einfachste Mittel, um ein Fotoalbum farbenfroh und besonders zu gestalten, ist die Verwendung von bunten Masking Tapes! Nur ein kleiner Streifen am Rand oder in der Ecke eines Fotos hebt dieses optisch hervor. Man kann auch einzelne Fotos komplett mit Masking Tape umranden, so dass es wie gerahmt wirkt.

Nicht nur Fotos werden mit Hilfe von Masking Tape aufgewertet – ich nutze es auch, um andere Elemente, wie zum Beispiel dieses leere Zuckertütchen, aufzukleben. Oft genügt nur ein kleiner Schnipsel für das gewisse Etwas.

Manchmal kombiniere ich Masking Tape auch mit anderen Deko-Elementen wie meinen Buntstiftstreifen mit Punkten.

Masking Tape eignet sich auch hervorragend dazu, um das Fotoalbum optisch zu gliedern: Indem man den Rand einer ganzen (oder halben) Seite mit buntem Klebeband umklebt, oder indem man kleine Fähnchen aus Tape am Seitenrand befestigt.

Ich markiere auf diese Weise jeden neuen Tag im Album – so findet man sich auch in einem dicken Fotobuch gut zurecht, und es sieht einfach hübsch aus.

In den letzten Jahren hat sich meine Masking Tape-Sammlung ziemlich vergrößert – so habe ich immer eine gute Auswahl zur Verfügung. Normalerweise verwende ich pro Urlaubstag (bzw. Albumkategorie – man muss das Album ja nicht chronologisch führen) ein bestimmtes Tape, das in irgendeiner Form zu dem Tag (und den entsprechenden Fotos) passt.

Bei Tag 13 unseres Urlaubs zum Beispiel findet man die Struktur des Steinmäuerchens auf dem Foto im Muster des Masking Tapes wieder; solche Details mag ich einfach… Außerdem benutze ich meine Lieblingstapes für die Tage, die ich am schönsten fand – die Farbe Gold steht bei mir immer für das Besondere – und auch das traf auf diesen Urlaubstag absolut zu! 

Auf diese Weise kann man Masking Tapes auch einsetzen, um etwas Wichtiges zum Ausdruck zu bringen, ganz implizit und ein bisschen geheimnisvoll; vielleicht sogar so, dass nur man selbst den Sinn dahinter versteht.

Kleine Illustrationen

Das ist wohl doch nur etwas für diejenigen, die gerne malen: Kleine Illustrationen neben oder zwischen den eingeklebten Fotos. Manchmal entsteht auf einer Seite eine leere Fläche, die man gern füllen möchte – da eignet sich ein selbstgezeichnetes oder gemaltes Bild sehr gut. Es braucht ja gar nichts Kompliziertes zu sein:

Die Illustrationen können übrigens auch sehr gut die Kinder übernehmen! Meine hatten jedenfalls sehr viel Spaß dabei und kamen auf lauter hübsche und lustige Ideen.

Stempel

Eine weitere tolle Möglichkeit, Albumseiten mit Leben zu füllen, sind Stempel. Ein paar unterschiedliche Motive reichen schon aus – ich mag zum Beispiel meinen Vogel-Stempel sehr gern.

Besonders in Kombination mit Farbflächen oder auch Masking Tape wirken Motivstempel sehr schön (und man muss selber gar nichts zeichnen können!).

Collage

Die im Urlaub gesammelten Flyer, Eintrittskarten und sonstigen Schnipsel sind natürlich auch für etwas gut: Sie können als Hintergründe dienen oder die Anordnung der Fotos ein bisschen auflockern, wenn man sie halb schräg darüber klebt. Ich ordne alle Elemente einer Seite immer erst einmal probehalber an, bevor ich sie fixiere; so erlebe ich keine bösen Überraschungen.

Masking Tape oder farbige Ränder verbinden die Fotos mit den anderen Seitenelementen zu einem harmonischen Ganzen.

Manchmal ist auf einer Seite nicht genug Platz für alle Dinge, die ich gern darauf unterbringen möchte… Dann bastle ich gern solche “Klappen”, hinter denen sich dann noch ein Bild versteckt. Das macht das Anschauen des Albums später nur noch interessanter 🙂

Und nicht nur im Urlaub gesammelte Dinge eignen sich zum Gestalten eines Albums – ich verwende auch andere bunte Papiere gern. Da muss man auch gar nichts Teures kaufen; es lassen sich auch alte Kalenderblätter oder schöne Illustrationen aus Zeitschriften dafür nutzen. Es lohnt sich immer, einfach mal zu schauen, was man da hat (meiner Erfahrung nach eine ganze Menge!).

Die Fotos und sonstigen Schnipsel, die am Ende trotz aller Planung noch übrig bleiben, gestalte ich auf den ersten und letzten Seiten eines Albums gern eine Collage, als Gesamtüberblick über den Urlaub, wie ein “Inhaltsverzeichnis” in Bildern.

Worte und Text

Ganz wichtig für jedes Album, das ich gestalte, finde ich Worte und Schriftelemente. Es geht mir dabei nicht nur darum, festzuhalten, was wir unternommen und erlebt haben (wobei das natürlich der Hauptgrund ist) – Buchstaben und Worte sind für mich auch Designelemente.

Diese setze ich in unterschiedlicher Form ein: Oft schreibe ich einfach nur eine Kurzbeschreibung des Tages oder Erlebnisses in eine freie Ecke oder unter ein Foto.

Sehr gern nutze ich aber auch Buchstaben- und Zahlenstempel, besonders für Ortsnamen oder “Überschriften”. Noch persönlicher sind aber natürlich handgeschriebene oder -gemalte Schriftzüge, entweder mit Buntstiften oder auch mit Aquarellfarben. Und hin und wieder habe ich mich zu einem schlichten Lettering hinreißen lassen 🙂

Oh, das ist jetzt wieder ein langer Post geworden…

Wenn ihr dadurch den Eindruck gewinnt, dass ein solches Fotoalbum viele Stunden Arbeit macht, dann – habt ihr damit natürlich Recht 😉 Mir macht es aber wirklich Spaß und ich arbeite mich Schritt für Schritt vor. Man kann sich damit auch Zeit lassen (mein Tipp: Das Fotoalbum und alle Materialien, die man für die Gestaltung benötigt, auf einem großen Tablett aufbewahren – so kann man alles leicht wegräumen und innerhalb der Wohnung transportieren).

Und man muss das Album ja nicht so aufwändig gestalten! Ein paar wenige Streifen Masking Tape und ein bisschen Text können ein Familienalbum schon sehr viel bunter und individueller wirken lassen. Hier kann jede für sich entscheiden, welche Ideen sie aufgreifen möchte und welche nicht.

Dieser Post soll als Inspirationsquelle dienen, nicht mehr und nicht weniger. Ich hoffe, ihr hattet Spaß an diesem doch sehr persönlichen Einblick in unser Fotoalbum!

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