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DIY: Ein Art Journal selber machen (Teil 2)

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Letzte Woche habe ich euch gezeigt, wie ihr ein Art Journal aus einem alten Buchdeckel und ein paar Blatt Papier selber binden könnt. Heute geht es nun darum, euer Art Journal-Cover zu gestalten, mit einer einfachen Mixed-Media-Technik. Das macht richtig viel Spaß und sieht ganz besonders und einzigartig aus – so ein Buch hat sonst niemand!

Ich hoffe, ihr habt Lust, es auch mal auszuprobieren und euer ganz eigenes Art Journal zu gestalten! Los geht’s!

Für die Gestaltung unseres Art Journals brauchen wir:

  • das selbst gebundene Art Journal (oder auch ein gekauftes Buch)
  • weißes Gesso (alternativ: Acrylfarbe)
  • Matte Medium (alternativ: weißer Flüssigkleber)
  • schmaler Spachtel oder Palettenmesser und einen (Papp-)Teller
  • ein paar kleine, möglichst flache Gegenstände (Federn, Knöpfe, Zahnräder, getrocknete Blätter, Edelsteine…)
  • Nähgarn und Schere
  • Pinsel
  • Blattgold bzw. hauchdünne Goldfolie
  • kleine Bildchen, alte Briefmarken o.ä.

außerdem (nicht auf dem Bild):

  • Aquarellfarben
  • schwarzer (Bunt-)Stift

Wenn ich alte Bücher in Art Journals umwandle, möchte ich meistens gar nicht den kompletten Buchdeckel bekleben oder bemalen – vielmehr finde ich es schön, wenn der Großteil des ursprünglichen Einbands sichtbar bleibt.

Deshalb habe ich in diesem Fall nur den Frontdeckel gepimpt und das Buch ansonsten so gelassen, wie es war.

Als erstes habe ich ungefähr gleiche Teile Gesso und Matte Medium miteinander zu einer Paste angerührt. Diese dient als Hintergrund und gleichzeitig als Kleber für die Gegenstände, die ich auf dem Cover anordnen möchte.

Alternativ habe ich auch schon mit einem Mix aus Gesso und Strukturpaste gearbeitet. Da kann man ein bisschen herumprobieren, mit Materialien, die man zu Hause hat.

Die fertige Paste wird dann mit einem schmalen Spachtel oder Palettenmesser auf den Frontdeckel aufgetragen. Das kann ruhig ungleichmäßig geschehen, dann ergibt das eine interessante Struktur.

Ich habe nicht den kompletten Frontdeckel mit der Masse bestrichen, nur etwa ein Drittel, und habe auch darauf geachtet, den goldgeprägten Titel nicht vollständig zu bedecken – einfach, weil er mir so gut gefällt.

Solange die Gesso-Matte-Medium-Paste noch feucht ist, kann man alle möglichen (flachen) Gegenstände darauf anordnen und leicht festdrücken. Am Besten arbeitet man sich vom größten Gegenstand zu den kleineren vor und verwendet grundsätzlich eine ungerade Anzahl von Elementen – das wirkt harmonischer.

Ich habe mit einer weißen Feder begonnen – in Anlehnung an den Titel des verwendeten Buches: Unter dem Schatten deiner Flügel von Jochen Klepper. Anschließend klebte ich noch einen kleinen Schlüssel, ein Zahnrad, einen Perlmuttknopf und einen Edelstein auf dem Cover fest.

Für ein bisschen extra Struktur ist Nähgarn oder Schnur immer eine gute Idee: Dafür schneidet man ein Stück Garn ab und verreibt dieses zwischen den Fingern zu einem unregelmäßigen Knäul. Dieses arrangiert man dann vorsichtig auf der noch feuchten Gessomasse.

Bei diesem Art Journal hatte ich Lust, zusätzlich Collage-Elemente auf dem Frontdeckel aufzukleben. Das geht sehr gut mit Matte Medium (oder Flüssigkleber), dünn aufgetragen mit einem alten Pinsel – dann wellt sich das Papier auch nicht.

Und dann habe ich noch kleine Flocken Goldfolie aufgeklebt. Davon braucht man nicht viel und es macht doch richtig was her.

Aber jetzt lassen wir die Gesso-Paste erst einmal gut trocknen.

Nach dem Trocknen stellte ich fest, dass meine ursprünglich weiße Paste sich hellblau gefärbt hatte – wahrscheinlich hat sie mit der dunkelblauen Einbandfarbe reagiert.

Deshalb habe ich noch eine Schicht Gesso mit dem Palettenmesser aufgetragen. Auch die Garnknäuel und die aufgeklebten Gegenstände haben ein klein bisschen davon abgekriegt.

Mit Hilfe eines Pinselstiels kratzte ich kleine kurze Striche in das feuchte Gesso und ließ wieder alles trocknen.

Wenn alles getrocknet ist, kommt Farbe ins Spiel:

Mit Aquarellfarbe tupfe ich kleine Akzente auf.

Ich beginne dabei immer mit dem hellsten Farbton und arbeite mich zu den dunkleren Tönen vor. Besonders schön ist es, wenn auch die festgeklebten Elemente (wie das Zahnrad, das Garnknäuel und der Knopf) ein bisschen Farbe abbekommen. Dank der dünnen Gesso-Schicht hält die Aquarellfarbe auch (das ist bei Acrylfarbe als Untergrund nicht unbedingt der Fall…).

Jetzt fehlten mir noch dunkle Akzente. Deshalb zeichnete ich mit einem schwarzen Stift ein paar Linien und Muster auf – ganz “kritzelig” und “zufällig”.

Wenn ich das Gefühl habe, dass auf einem Bild oder einer Art Journal-Seite noch etwas fehlt, kann ich das fast immer mit ein paar schwarzen Linien oder Mustern (oder schwarzen Farbspritzern) ändern.

Zum Schluss brauchte ich nur noch ein Wort.

Ohne wenigstens ein bisschen Text sind Art Journal-Seiten und Mixed-Media-Bilder für mich nicht vollständig. Entweder stemple oder schreibe ich ein Wort (oder mehrere Wörter) auf – oder ich finde eins in einem alten Buch oder einer Zeitschrift, das mir gefällt und das ich ausschneide und aufklebe.

In diesem Fall sprach mich das Wort “Segnungen” total an und ich entschied mich, es als Titel für mein neustes Art Journal zu verwenden.

Fertig ist mein neues Art Journal!

Natürlich gibt es unzählige andere Wege, ein Art Journal selbst zu binden und den Buchdeckel zu gestalten. Schön ist zum Beispiel, das Buch einfach nur in Baumwollstoff einzuschlagen…

Denn tatsächlich braucht es nicht besonders viel: Bei meinem letzten Art Journal habe ich nur das Titelschild bemalt und beklebt. Und den Buchdeckel meines Advent Journals fand ich so schön, dass ich nur ein bisschen Goldfolie und den neuen Titel aufklebte.

Man kann aber auch gern ein bisschen mehr auftragen – beim letzten Beispiel habe ich das komplette Journal mit weißem Gesso und Strukturpaste bedeckt und mit Aquarellfarbe bunte Akzente gesetzt.

Jetzt hoffe ich, dass ihr Lust habt, selbst kreativ zu werden!

Dabei wünsche ich euch ganz viel Spaß 🙂

 

 

 

 

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