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Gott sieht dich – Ideen und Impulse für Frauenkreise mit unserem Kalender 2021

Wie eine Lilie unter Dornen – so heißt der Frauenkalender für 2021, den Anne und ich gemeinsam geschrieben und gestaltet haben. Vor ein paar Wochen habe ich ihn euch hier schon einmal vorgestellt – und versprochen, euch zu zeigen, wie ihr den Kalender in eurem Haus- oder Frauenkreis nutzen könnt. Das tue ich also jetzt und hier 🙂

Auch wenn es aktuell nicht möglich ist, Haus- und Frauenkreise wie gewohnt abzuhalten – wir können trotzdem miteinander verbunden sein, uns am Telefon oder per Zoom austauschen und füreinander beten. Und im nächsten Jahr wird sicher einiges einfacher und wir können uns wieder miteinander treffen, so wie wir es kannten.

Als Anne und ich unseren Kalender Wie eine Lilie unter Dornen konzipierten und gestalteten, dachten wir ihn uns nicht nur als Planer und Ermutiger für die eigenen vier Wände, sondern auch als Impulsgeber für Haus- und Frauenkreise. Warum nicht jeden Monat eine Frau der Bibel in den Fokus stellen und gemeinsam entdecken, wie Gott seinen Weg mit ihnen ging?

Ich kenne es aus eigener Erfahrung, dass es nicht immer leicht ist, ein Thema und Ideen für einen Hauskreisabend zu finden – und so dachten Anne und ich, dass wir euch mit dem Kalender auch in dieser Hinsicht einen Mehrwert bieten könnten.

Am Beispiel des Monats August zeige ich euch, wie ihr einen Abend (oder gern auch ein Frühstück 🙂 ) zu Hagar und Gottes wunderbarem Weg mit ihr gestalten könnt. Die hier vorgestellte Planung ist ziemlich umfassend – es ist aber trotzdem notwendig, den Text selbstständig vorzubereiten und unter den Vorschlägen auszuwählen, welche man wie umsetzen möchte. Ihr müsst euch also auf keinen Fall ganz genau an unsere Gestaltungsideen halten.

Die Kurzandacht, die Fragen zur Reflexion und die Anregung zum Praktisch werden sind genau so in unserem Kalender enthalten – so bekommt ihr einen guten Eindruck von seinem Inhalt.

Die folgenden Ideen könnt ihr sehr gern für künftige Haus- und Frauenkreise nutzen (mit dem Hinweis auf unsere Urheberschaft) – die Andacht, Fragen und Prompts sind aber auch für das persönliche Bibelstudium zu Hause geeignet!

Ideen für den abendlichen Rahmen:

Je nachdem, wann und in welchem Setting ihr euch trefft, könnt ihr den Raum und das Essen thematisch passend gestalten:

Mohnblumen und andere eher schlichte Blumen (z.B. selbst gepflückt von der Wiese) sind eine schöne und natürliche Deko.

Hagar stammte aus Ägypten – warum dann nicht ein paar ägyptische (oder allgemein nordafrikanische bzw. orientalische) Gerichte servieren? Zum Beispiel eine Schüssel Tabouleh (Bulgursalat), gefüllte Weinblätter, eingelegtes Gemüse, Obstsalat mit Granatapfelkernen, Falafel, Fladenbrot mit Hummus, Köfte oder sogar Koshari, das ägyptische Nationalgericht… Im Internet findet man unzählige Rezepte und kann ganz nach Geschmack, Aufwand und Personenzahl entscheiden.

Vielleicht bringt einfach jede von euch eine Kleinigkeit mit?

Einstieg in den Abend: Hinsehen

Lies den Monatsspruch für August vor:

“Neige, HERR, dein Ohr und höre! Öffne, HERR, deine Augen und sieh her!” (2 Kön 19,16)

An diesem Abend geht es ums Sehen, ums Gesehen-Werden. Den ganzen Tag lang verlassen wir uns auf unsere Augen und nehmen die Welt um uns herum zu einem großen Teil sehend wahr. Unendlich viele Eindrücke strömen auf uns ein, die wir unmöglich alle verarbeiten könnten – so filtert unser Gehirn das Gesehene und blendet einen Großteil davon aus. Das ist auch gut so.

Manchmal entgeht uns dadurch aber auch etwas Wichtiges oder etwas Schönes, etwas wirklich Sehenswertes. Wir übersehen Details, Hinweise und oft genug auch unsere Mitmenschen. Da ist es gut, sich hin und wieder Zeit zu nehmen, mal genau hinzuschauen, unsere Augen achtsam zu gebrauchen, uns auch da von Gott leiten zu lassen.

Übung: Achtsames Sehen und Zeichnen

Obwohl wir als Kinder oft so viel gezeichnet und gemalt haben, hören wir meist irgendwann damit auf und fühlen uns ganz seltsam, wenn wir wieder einen Bleistift in der Hand halten. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, es einfach mal zu versuchen!

Bei dieser Übung geht es nicht darum, ein Meisterwerk zu erschaffen oder eine realistische Darstellung – vielmehr geht es ums genaue Hinsehen und Wahrnehmen.

Jede Teilnehmerin erhält ein Blatt Papier und einen Bleistift, außerdem eine Blume (oder einen Blumenstrauß). Diese Blume soll nun abgezeichnet werden.

Dabei richten wir unseren Blick möglichst wenig auf das Blatt und unsere eigene Zeichnung – vielmehr fixieren wir die Blume mit unserem Blick, achten auf jedes Detail, auf die Form und Struktur jedes einzelnen Blütenblattes, auf jede Kleinigkeit. Wir sehen genau hin und halten diesen Eindruck auf Papier fest.

Die Zeichnungen, die auf diese Weise entstehen, sind immer wieder erstaunlich – weil sie (natürlich) die Blume nicht im Sinne einer Fotografie abbilden, es aber doch schaffen, ihre Schönheit und das, was sie ausmacht, darzustellen.

Im Anschluss können die Zeichnungen und Erfahrungen ausgetauscht werden, von all denen, die mögen.

Fragen zum Einstieg:

In unserem heutigen Bibeltext geht es um eine Frau, die keine Rechte hatte und in der Gesellschaft, in der sie lebte, quasi unsichtbar war.

Hast du das auch schon erlebt, dass du von anderen überhaupt nicht wahrgenommen, nicht gesehen wurdest?

In welchen Situationen fühlst du dich ungesehen, unsichtbar, missachtet?

Hast du dich schon einmal als Frau abgewertet und bei Seite geschoben gefühlt?

Wenn ihr möchtet, tauscht euch kurz über eure Erfahrungen aus – entweder in der großen Runde oder auch nur zu zweit.

Bibeltext: 1. Mose 16

Lest gemeinsam den Bibeltext für diesen Abend:

“Sarai, Abrams Frau, gebar ihm kein Kind. Sie hatte aber eine ägyptische Magd, die hieß Hagar. Und Sarai sprach zu Abram: Siehe, der HERR hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme. Und Abram gehorchte der Stimme Sarais. Da nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Magd Hagar und gab sie Abram, ihrem Mann, zur Frau, nachdem Abram zehn Jahre im Lande Kanaan gewohnt hatte. Und er ging zu Hagar, die ward schwanger. Als sie nun sah, dass sie schwanger war, achtete sie ihre Herrin gering.

Da sprach Sarai zu Abram: Das Unrecht, das mir geschieht, komme über dich! Ich habe meine Magd dir in die Arme gegeben; nun sie aber sieht, dass sie schwanger geworden ist, bin ich gering geachtet in ihren Augen. Der HERR sei Richter zwischen mir und dir.  Abram aber sprach zu Sarai: Siehe, deine Magd ist unter deiner Gewalt; tu mit ihr, wie dir’s gefällt. Da demütigte Sarai sie, sodass sie vor ihr floh. 

Aber der Engel des HERRN fand sie bei einer Wasserquelle in der Wüste, nämlich bei der Quelle am Wege nach Schur.  Der sprach zu ihr: Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin von Sarai, meiner Herrin, geflohen.  Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Kehre wieder um zu deiner Herrin und demütige dich unter ihre Hand. Und der Engel des HERRN sprach zu ihr: Ich will deine Nachkommen so mehren, dass sie der großen Menge wegen nicht gezählt werden können.  Weiter sprach der Engel des HERRN zu ihr: Siehe, du bist schwanger geworden und wirst einen Sohn gebären, dessen Namen sollst du Ismael nennen; denn der HERR hat dein Elend erhört. Er wird ein Mann wie ein Wildesel sein; seine Hand wider jedermann und jedermanns Hand wider ihn, und er wird sich all seinen Brüdern vor die Nase setzen. 

Und sie nannte den Namen des HERRN, der mit ihr redete: Du bist ein Gott, der mich sieht. Denn sie sprach: Gewiss hab ich hier hinter dem hergesehen, der mich angesehen hat.  Darum nannte man den Brunnen: Brunnen des Lebendigen, der mich sieht. Er liegt zwischen Kadesch und Bered.

Und Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar gebar, Ismael.  Und Abram war sechsundachtzig Jahre alt, als ihm Hagar den Ismael gebar.”

Nehmt euch jede für sich Zeit, den Text noch einmal zu lesen. Markiert euch Stellen, die Fragen aufwerfen oder euch besonders ansprechen.

Fragen zum Text:

Tauscht euch nun über das Gelesene aus. Es ist sicher sinnvoll, wenn eine von euch den Text im Vorfeld vorbereitet hat und inhaltliche Fragen beantworten kann.

Wie findest du diesen Text? Welche Gedanken und Gefühle löst er spontan in dir aus? Was regt dich auf, was ermutigt dich, wo fühlst du dich persönlich angesprochen?

Mit welcher Person kannst du dich identifizieren und warum? Welche Motive spielen bei den Entscheidungen und Handlungen der Personen eine Rolle?

Wie würdest du Hagar beschreiben, charakterisieren? Was würdest du sie fragen, wenn sie dir heute Abend gegenüber sitzen würde? 

Warum steht diese Geschichte überhaupt in der Bibel? Abram und Sarai, zwei zentrale Figuren und Glaubenshelden, kommen hier schließlich alles andere als gut weg…?

Warum schützt und segnet Gott Hagar und Ismael? Schließlich ist Ismael nicht der verheißene Nachkomme Abrams, entstanden aus Misstrauen und Ungehorsam Gott gegenüber… Was sagt uns das über Gott?

Kurzandacht:

Nachdem ihr euch über den Text und die Fragen dazu ausgetauscht habt, lest die Kurzandacht vor:

Fühlst du dich manchmal unsichtbar und einfach nicht wertgeschätzt?

Hast du das Gefühl, dass niemand dich wahrnimmt und dass du von allen verlassen und vergessen bist?

Hagar war eine solche „unsichtbare“ Frau: Als ägyptische Sklavin hatte sie keinerlei Rechte. Ihr Herr konnte mit ihr tun, was er wollte. Ihre Gefühle, ihre Träume, ihre Gedanken, ihr Wert – all das spielte keine Rolle.

Sexuell ausgebeutet und als Gebärmaschine missbraucht (Abram und Sarai benutzten sie, um Gottes Verheißung zu erzwingen), floh sie vor ihrer eifersüchtigen Herrin in die Wüste. Sie war schwanger, verzweifelt und wusste nicht, wohin.

In diesem Moment begegnet ihr der Engel des Herrn und gibt ihr eine große Verheißung für ihren Sohn. Er weist ihr den Weg in die Zukunft und rettet sie vor dem sicheren Tod.

Für uns Christen heute ist das manchmal schon sehr „normal“ geworden, dass Gott für uns ist und dass er uns liebt. Wir haben uns daran gewöhnt…

Die Menschen zu Hagars Lebzeiten machten da eine ganze andere Erfahrung: Die Götter, die sie kannten, waren die Götter der Starken und Mächtigen und nahmen die „Kleinen“ überhaupt nicht wahr.

Hagar aber, die unsichtbare, unwichtige Sklavin, wird von Gott in ihrem Elend gesehen. Er kennt ihren Namen und ihr Herz und schreibt mit ihr Geschichte. Noch bevor Gott seinen Bund mit Abram besiegelt und ihm einen neuen Namen gibt, darf Hagar Gott einen Namen geben: El Roi – der Gott, der mich sieht.

Und Er ist auch der Gott, der DICH sieht.

Fragen zur persönlichen Reflexion:

Die folgenden Fragen könnt ihr in (kleiner) Runde besprechen oder ihr nehmt euch ein paar Minuten Zeit für euch allein:

Wo fällt es dir schwer, auf Gott zu warten? In welchem Bereich wünschst du dir Erfüllung oder Veränderung und es tut sich aber nichts?

Hast du schon einmal Gottes Willen und/oder Verheißung auf eigene Faust durchdrücken wollen, so wie Abram und Sarai es hier taten?

Hast du dich schon einmal so richtig von Gott gesehen gefühlt? Was war das für eine Situation? Wie hat er das gemacht?

Hast du es schon erlebt, dass Gott dich dazu gebraucht hat, einen Menschen zu sehen? Dass du jemanden mit seinen Augen sehen und seine Liebe weitergeben konntest?

 

Weiterdenken: Gottes Namen

Gott hat viele Namen in der Bibel: Schlagt sie doch mal nach (mit Hilfe einer Konkordanz oder eines Bibellexikons) und überlegt, welche davon euch besonders ansprechen.

Das kann auch im Vorfeld vorbereitet werden, sodass die Suche nicht so viel Zeit in Anspruch nimmt. Tauscht euch über die verschiedenen Namen Gottes aus – welche davon sind besonders gebräuchlich, welche weniger bekannt und warum?

Hagar gab Gott einen Namen, der ihre Erfahrung mit Ihm in Worte fasst. Wie würdet ihr Gott nennen – basierend auf dem, wie ihr Ihn erlebt?

Unterhaltet euch darüber – oder nehmt euch Zeit, allein darüber nachzudenken und aufzuschreiben, was euch einfällt.

Zum Schluss: Praktisch werden

Noch ein paar Fragen und praktische Anregungen zum Abschluss:

1. Im Alltag vergessen wir schnell, dass Gott uns sieht – dass er sich wirklich für uns interessiert und uns durch und durch kennt. Wie können wir uns selbst daran erinnern? Vielleicht hilft uns eine optische Erinnerung, z.B. in Form eines Bibelverses oder eines Bildes?

Hier kann man etwas vorbereiten und an die Teilnehmerinnen verteilen – z.B. eine Postkarte oder ein Lesezeichen.

2. Hagar ist im Kontext der Geschichte Israels eigentlich nur eine Randfigur – trotzdem wird sie von Gott gesehen und bekommt Raum in den biblischen Berichten. Wie ihr Leben weitergeht, könnt ihr in 1. Mose 21 weiterlesen.

Als Anregung für zu Hause: Lest die beiden Bibeltexte zu Hagar noch einmal und schreibt ihr dann einen ganz persönlichen Brief.

3. Gott ist der Gott der Sklaven – so zeigt er sich dem Volk Israel im Alten Testament. Sein Herz schlägt für die Entrechteten und Unterdrückten.

Sklaverei ist leider kein Ausnamephänomen der Antike – noch heute leben Millionen Menschen weltweit in Sklaverei.
Wie könnt ihr euch für sie einsetzen? Recherchiert, welche Organisationen sich für die Befreiung von Sklaven einsetzen und überlegt, wie ihr sie bei ihrem Dienst unterstützen könnt.

Sammelt Spenden, macht andere aufmerksam, werdet Botschafter… und betet für Menschen in Sklaverei und diejenigen, die ihnen helfen.

4. Wir dürfen mit Gottes Hilfe zu Frauen werden, die offene Augen und ein offenes Herz für andere haben. Betet miteinander, dass Gott euch immer wieder zeigt, wen er gerade sieht und wer gerade Ermutigung, Unterstützung oder ein offenes Ohr braucht.

Schließt den Abend mit einer Gebetsrunde.

 

Für weitere Abende: Unseren Kalender bestellen

Jetzt habt ihr einen guten Eindruck gewonnen, wie unser Kalender aufgebaut ist und wie ihr ihn nutzen könnt. Weitere Informationen, Bilder und Fakten zum Kalender habe ich HIER zusammengestellt.

Ein Kalender kostet 15 Euro zzg. 5 Euro Versand (innerhalb Deutschlands).

Bei einer Bestellung ab 5 Kalendern erhaltet ihr 5% Rabatt, ab 10 Kalendern 10% Rabatt – das ist doch ein Anreiz für eine Sammelbestellung im Hauskreis 🙂

Bis zum 30. November könnt ihr den Kalender noch bei mir bestellen – ganz einfach per E-Mail an rebekkasloveletter[at]gmx[punkt]de.

Das Leben ist manchmal voller Dornen – aber wir wissen, dass unser Gott auch die Wüste zum Blühen bringen kann. Wir als seine geliebten Töchter müssen uns nicht fürchten, sondern dürfen wachsen und aufblühen und Frucht bringen im Vertrauen auf ihn.

Dass unser Kalender dich im Jahr 2021 mit all seinen Unsicherheiten und Herausforderungen ermutigt und stärkt, ist unser Wunsch und Gebet!

deine Anne & Rebekka

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