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Im Moment…

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… bin ich krank (in den Ferien, natürlich).

So nun also auch in diesen Ferien: Ich bin krank. Seit ich an der Schule arbeite, war ich in allen Ferien krank, an Weihnachten und nun auch über Ostern. Das frustriert mich gerade sehr! Ich könnte die Ferien so gut gebrauchen, um mich zu erholen, um schöne Dinge mit den Kindern zu unternehmen, um den Kopf frei zu bekommen – stattdessen schleppe ich mich durch die Tage und hoffe nur, pünktlich zum Schulstart wieder fit zu sein.

Anstatt Ausflüge zu machen oder einem meiner Hobbys nachzugehen, trinke ich also literweise Tee, inhaliere, löffle Zwiebel-Honig-Saft, liege auf dem Sofa und versuche, mir mit allen Mitteln Linderung zu verschaffen – bisher mit mäßigem Erfolg.

Auch das schlechte Gewissen kickt mal wieder so richtig (obwohl ich natürlich nichts dafür kann, ausgerechnet jetzt krank geworden zu sein), weil ich meinen Kindern keine tollen Ferienaktivitäten bieten kann und einfach grundgenervt bin, von allem und jedem…

Ferien als Lehrerin sind sowieso eine schwierige Sache. Es gibt immer noch etwas für die Schule zu tun; seien es Korrekturen (in meinem Fall glücklicherweise nicht), den Unterricht für die nächste Woche vorzubereiten, E-Mails, Termine… Wenn ich Ferien habe, dann haben die Kinder außerdem auch Ferien, was zwar ihre Betreuung garantiert, mir aber auch absolut keine Me-Time ermöglicht, die ich so dringend brauche. So fühle ich mich jedes Mal zerrissen zwischen dem Anspruch, meinen Kindern schöne Ferien zu ermöglichen und Zeit mit ihnen zu verbringen, meinem eigenen Bedürfnis nach Erholung (und Alleine-sein) und meiner to-do-Liste voll von Dingen, die für die Schule (und natürlich auch im Haushalt) erledigt werden müssen.

Ich bin noch ziemlich neu im Job und werde vielleicht irgendwann einen Weg finden, die Schulferien positiv und erholsam zu gestalten, aber von (erfahrenen) Freundinnen und Kolleginnen höre ich doch, dass sie auch nach Jahren an der Schule noch genauso struggeln wie ich…

… erinnere ich mich gern an meinen Usedom-Trip.

Das erste Ferienwochenende habe ich alleine in Koserow auf der Insel Usedom verbracht. Nachdem mir mein erster Solo-Trip an die Ostsee Anfang letzten Jahres so gut getan hatte, habe ich mir gewünscht, auch dieses Jahr wieder allein zu verreisen. Und jetzt war es endlich soweit!

Abgesehen davon, dass ich auf Usedom die ersten Symptome meiner Ferienkrankheit entwickelte, hatte ich eine richtig schöne Zeit! Ich war viel am Meer und beobachtete die Wellen. Außerdem gönnte ich mir einen Besuch im Museum Atelier des Künstlers Otto Niemeyer-Holstein. Das war richtig interessant und inspirierend – kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen (unbedingt mit Führung, da man sonst das Wohnhaus und Atelier gar nicht besichtigen kann).

Ich verbrachte eine Weile lesend und schreibend in einem Café (perfektes Timing, denn in der Zeit schüttete es), spazierte durch den nebeligen Märzwald, verspeiste ein obligatorisches Fischbrötchen und genoss ein ruhiges Abendessen im Restaurant, ganz ohne Streit, Geschrei und Mich-Kümmern-Müssen. Schon alleine das ist ja Luxus pur! Ich habe viel gelesen, ein bisschen gemalt, ausgeschlafen, Sport gemacht… einfach das, was mir gut tat und worauf ich gerade Lust hatte.

Dieses Jahr habe ich meinen Mann und die Kinder aber mehr vermisst als beim letzten Mal. Wenn es 2025 wieder nach Usedom geht (oder an einen anderen Ort, Hauptsache ans Meer!), dann doch gerne zusammen mit meinem Liebsten! ♥

… lese ich:

Lesen bedeutet für mich Lebensqualität – seit mir das bewusst geworden ist, achte ich darauf, möglichst jeden Tag zu lesen; und wenn es nur ein paar Seiten sind.  Und für meinen Usedom-Trip habe ich mir natürlich extra viel Lektüre besorgt:

The Nightingale (Kristin Hannah) In diesem Roman geht es um zwei ungleiche Schwestern im besetzten Frankreich, Anfang der 40er Jahre. Die Ältere, Vianne, muss sich, nachdem ihr Mann an die Front berufen wurde und bald in Kriegsgefangenschaft geriet, allein mit ihrer Tochter durchschlagen. Sie möchte nicht auffallen und die schwere Zeit einfach irgendwie überstehen. Ihre jüngere Schwester Isabelle dagegen schließt sich dem Widerstand an.

Die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen, sodass ich den Roman schnell ausgelesen hatte. Die Geschehnisse sind (wie zu erwarten) teilweise furchtbar und gehen einem noch lange nach. Es fällt nicht schwer, sich mit den Figuren verbunden zu fühlen, und gleichzeitig ist es unmöglich, die Frage zu beantworten, wie ich mich wohl in ihrer Situation verhalten hätte.

Atomic habits (James Clear) Schlechte Angewohnheiten endlich loswerden, und stattdessen gute Gewohnheiten im Leben etablieren – das wünschen sich viele. Der Autor hat mit seinem Buch offenbar einen Nerv getroffen; darauf lassen jedenfalls die Verkaufszahlen schließen. Ich hatte zunächst keine sehr hohen Erwartungen, denn versprechen kann man viel – nach den ersten Seiten hatte James Clear mich allerdings schon am Haken. Atomic habits lässt sich wunderbar lesen und ist trotz der vielen Fakten kein bisschen trocken. Was der Autor schreibt, macht Sinn und ist irgendwie erleichternd, außerdem total praxisnah. Natürlich ist der entscheidende Punkt, von der Theorie in die Umsetzung zu kommen! Daran arbeite ich – und am liebsten hätte ich, dass mein Mann das Buch auch liest, damit wir in unserem Familienleben davon profitieren können.

The lost journals of Sacajawea (Debra Magpie Earling) Vor einigen Wochen haben wir an unserem wöchentlichen Filmabend “Nachts im Museum” geschaut. Eine der Personen, die nachts im Museum zum Leben erwacht, ist Sacajawea, eine junge Schoschonin, die um 1805 die Lewis- und Clark-Expedition als Kundschafterin und Dolmetscherin begleitete. Ich begann sofort, zu recherchieren, da ich mehr über Sacajawea erfahren wollte. Dabei stieß ich auf dieses Buch. Im Gegensatz zu vielen anderen Werken über die Expedition und auch über Sacajaweas Leben ist dieses Buch komplett aus ihrer Perspektive und mit ihrer Stimme geschrieben. Die Stil war für mich sehr ungewöhnlich und auch schwierig, vieles habe ich nicht verstanden, und doch haben mich die “Tagebucheinträge” sehr berührt. Es ist eine Geschichte aus einer ganz anderen Welt, einer verlorenen, zerstörten Kultur, eine Geschichte von Menschenraub, Vergewaltigung und Vernichtung. Es wird nichts verklärt, nichts beschönigt. Das macht es zu einer herausfordernden, aber auch wichtigen Lektüre.

Seven fallen feathers (Tanya Talaga) Noch ein Buch über die indigene Bevölkerung Nordamerikas – in diesem Fall jedoch geht es um die Stadt Thunder Bay in Kanada. Im Zeitraum von 2000 bis 2011 kamen in dieser Stadt sieben Jugendliche unter ungeklärten Umständen ums Leben. Die Journalistin Tanya Talaga untersucht die Hintergründe und zeichnet ein schonungsloses Bild der kanadischen Gesellschaft im Umgang mit ihrer indigenen Bevölkerung (First Nations). Noch heute leben viele von ihnen in bitterer Armut, ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, bezahlbaren Lebensmitteln und Bildung. Noch immer leiden Unzählige unter den Folgen der Gewalt und des Missbrauchs, die ihnen in den Residential Schools angetan wurden, und unter dem Rassismus ihrer weißen Nachbarn. Beim Lesen habe ich einige Tränen vergossen – Tränen der Trauer und der Wut.

Dune (Frank Herbert) Nachdem ich die beiden (neuen) Filme im Kino gesehen habe (my husband made me do it), wollte ich doch mal den Roman lesen, der den Filmen zu Grunde liegt. Ich bin gerade ziemlich am Anfang und es ist keine leichte Lektüre, aber noch bin ich motiviert und möchte dem dicken Schmöker eine Chance geben. Eigentlich lese ich keine Science Fiction, aber Dune ist schließlich ein Klassiker, und es fasziniert mich sehr, wenn es Autor:innen gelingt, mit ihren Worten ein ganz neues Universum zu erschaffen. Ich bin gespannt, ob ich tatsächlich bis zum Ende des dritten Teils durchhalte…

… ist immer noch Osterzeit.

Wir haben einige schöne österliche Dinge gemacht in der letzten Passionswoche – die wollte ich mir nicht nehmen lassen, auch wenn ich mich nicht fit fühlte. Wir haben Ostereier gefärbt und bemalt, haben gebastelt, Plätzchen gebacken, unseren Ostergarten gepflegt und eine kleine Sederfeier am Gründonnerstag gefeiert. Wir waren sogar beim Osterfeuer in einem Park bei uns in der Nähe, und am Ostersonntag morgens um 6:30 Uhr (trotz Zeitumstellung…) im Gottesdienst.

Das alles war schön; da es mir aber nicht gut ging, kostete es mich vor allem Kraft und Nerven. Oberflächlich betrachtet war wohl alles ziemlich “perfekt”. Innerlich fühlte ich mich aber ausgelaugt, frustriert und leer. Von Auferstehungsfreude und Osterlachen keine Spur (lasst euch also nicht täuschen von schönen Fotos…).

Gott sei Dank ist Ostern aber noch nicht vorbei, denn, wie ich vor kurzem lernte, die “österliche Freudenzeit” des Kirchenjahres dauert fünfzig Tage, bis einschließlich Pfingsten. Das sind doch mal gute Neuigkeiten!

Ich habe also noch Zeit, die Osterfreude in mein Herz einziehen zu lassen. Dafür ist es sowieso nie zu spät!

… und mehr gibt es auch nicht zu berichten, im Moment.

Nächste Woche hat uns der Alltag wieder. Bis es soweit ist, möchte ich mich darin üben, das Gute und Schöne zu sehen, die kleinen Freuden des täglichen Lebens, die es ja trotz Husten, Rotz und Halstabletten durchaus gibt. Das klingt doch nach einem edlen Vorhaben!

Dir noch eine schöne Restwoche und bis bald – schön, dass du da bist!

Rebekka

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