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Unsere Ferien auf Corona

Jetzt ist es also auch bei uns soweit – morgen schließen die Berliner Kitas und Grundschulen für mindestens fünf Wochen. Richtige “Ferien” sind das natürlich nicht, wir bekommen einen Lernplan und ich will und muss auch weiter arbeiten, irgendwie. Trotzdem versuche ich, diese Zwangspause als Ferien anzusehen. Ich möchte die Entschleunigung, das Zuhause-Sein, die Familienzeit als geschenkte Zeit betrachten. Wir befinden uns mitten in der Passionszeit; es ist Fastenzeit und wir sind dazu aufgerufen zu verzichten, kollektiv.

Verzicht ist schwer. Aber Verzicht ist auch lohnend und heilsam. Er zeigt uns, worauf es wirklich ankommt und wozu wir fähig sind. Verzicht ist eine Chance. Es lehrt uns Vertrauen.

Ein paar Gedanken und Ideen zu unseren “Ferien auf Corona” habe ich hier für euch zusammengefasst:

Mehr als alles hüte dein Herz

2020 habe ich mir – wie sicherlich ihr alle – anders vorgestellt. Ich habe mir viel vorgenommen, gerade für mein Business. Und ich  fange gerade in diesem Jahr an, meinen BAföG-Kredit zurückzuzahlen… In gewisser Weise haben mich die letzten Monate schon auf die Schul- und Kitaschließung vorbereitet, schließlich hatte ich jede Woche mindestens ein Kind für mindestens einen Tag zu Hause… Ich habe schon gemerkt, dass es nicht so läuft, wie ich das wollte.

Als die Nachricht von den “Zwangsferien” kam, war ich von mir selbst überrascht, dass ich nicht ausflippte… das muss der Heilige Geist in mir bewirkt haben! Momentan bin ich noch ganz ruhig, aber ich stecke ja auch noch nicht mittendrin.

Der Bibelvers, den ich für den Monat März unseres Postkarten-Kalenders ausgesucht habe, spricht mich in dieser Situation ganz besonders an. Ich will auf mein Herz achten. Bitterkeit, Angst, Rebellion, Undankbarkeit, Sorge sollen nicht in meinem  Herzen Wurzeln schlagen. Deshalb muss ich mich um mein Herz kümmern:

Wenn die Nachrichten mich überwältigen, suche ich Trost in der Bibel, im Lobpreis und im Gebet. Ich mache mir bewusst, dass Jesus der Herr über alles ist und diese Welt in seiner Hand hält. Jetzt ist die Zeit, das zu leben, was ich oft so leichtsinnig mitsinge. Jetzt kommt es darauf an, auf Jesus zu vertrauen und sich von ihm gebrauchen zu lassen.

Wenn Sorgen um die Zukunft in mir hochkommen, will ich dankbar sein für das, was ich jetzt und hier habe.

Wenn ich gegen die Situation aufbegehre, will ich Gott um Frieden, Veränderung und neue Dienstbereitschaft bitten. Ich will bereit sein, anderen zu dienen, mich für sie einzuschränken und ihnen Trost zu spenden.

Die nächsten Wochen werden sicherlich nicht leicht, gerade für mich als hochsensible Introvertierte – permanent mit anderen Menschen zusammen sein, kaum Zeit für mich allein…  Da gilt es, gut auf mich zu achten und Raum für Dinge zu schaffen, die mir gut tun und mir helfen, aufzutanken: Lesen und Art Journaling, zum Beispiel.

Und ich werde versuchen, jeden Tag für sich zu nehmen und gut zu planen:

Gut geplant ist halb geschafft

Für mich sind eine feste tägliche Struktur und eine gute Planung extrem wichtig, um nicht durchzudrehen. Wenn ich einen Tag nicht plane, habe ich zudem am Abend oft das Gefühl, überhaupt nichts geschafft zu haben. Da ist es gerade jetzt essentiell für mich, für Struktur und Klarheit zu sorgen.

Deshalb habe ich einen Tagesplan für uns als Familie (bzw. zunächst nur für die Kinder und mich) erstellt, der uns durch die Corona-Ferien begleiten soll.

Die strukturgebenden Pfeiler sind die Mahlzeiten – sie bilden das Grundgerüst für den ganzen Tag.

Und dann habe ich alle möglichen Aktivitäten, die im Lauf eines Tages entweder als Aufgaben anfallen oder als Beschäftigungen möglich sind, auf kleine Zettel geschrieben, die wir dann mit Wäscheklammern am Tagesplan befestigen können.

Die Aktivitäten habe ich in sieben Kategorien eingeteilt, von denen jede ihre eigene Farbe hat:

hellgelb: Haushalt

  • Staub saugen
  • kochen
  • aufräumen…. (ihr wisst ja, was bei euch so anfällt)
  • arbeiten (für mich, als Parallelaktivität, wenn die Kinder ruhig spielen)

orange: Lernen

  • Lernplan aus der Schule
  • lesen
  • Kopfrechnen
  • etwas auswendig lernen
  • Musikinstrument üben…

rot: Bewegung in der Wohnung

  • tanzen zu Musik
  • Gymnastik
  • Turnen auf der Matte
  • Schatzsuche
  • “Follow the leader” (einer macht Bewegungen vor, die anderen nach)…

blau: Kontakte und Hilfe für andere

  • telefonieren
  • einen Brief/eine Karte schreiben
  • für jemanden einkaufen
  • jemandem eine Überraschung vor die Tür stellen…

pink: Kreatives

  • kneten
  • backen
  • Steckperlen stecken
  • Collage
  • Selbstportrait zeichnen
  • fotografieren
  • Ostereier bemalen
  • Gipsfiguren gießen und bemalen
  • Tagebuch ausfüllen
  • mit Wasserfarben malen…

hellgrün: Aktivitäten für draußen

  • Schatzsuche
  • Tiere beobachten
  • Pflanzen sammeln und pressen
  • auf einen leeren Spielplatz gehen
  • Fahrradfahren
  • (Balkon-)Picknick
  • Pflanzen auf den Balkon säen/pflanzen
  • Balkonpflanzen pflegen…

neongrün: ruhige Indoor-Aktivitäten

  • Hörspiel hören
  • eine riesige (Lego-)Landschaft aufbauen
  • einen Film/eine Serie schauen
  • ein Gesellschaftsspiel spielen
  • etwas vorlesen…

Mittlerweile gibt es ja Unmengen von Ideen im Netz, was man alles mit Kindern zu Hause tun kann – da ist wirklich für jeden was dabei.

Ich will versuchen, jeden Tag mindestens eine Aktivität von jeder Kategorie unterzubringen. Und wir werden unsere Zettel sicherlich noch ergänzen; die Kinder haben ja auch ihre eigenen Ideen und Wünsche. Und dann muss natürlich noch Zeit sein für ein bisschen Langweile 😉

In der Theorie klingt das für mich super – ab Dienstag wird der Plan dann auf seine Alltagstauglichkeit getestet.

Unser Corona-Ferientagebuch

Auch wenn ich zunächst noch sehr lange entspannt war und den Ernst der Lage nicht erkannte, bin ich mir jetzt sehr sicher, dass wir noch in vielen Jahren an diese Corona-Zeit zurückdenken werden!

Schon allein deshalb lohnt es sich, die kommenden Wochen bewusst zu gestalten und sich bei allen Herausforderungen und Sorgen auch schöne Erinnerungen zu schaffen.

Deshalb habe ich ein Corona-Ferientagebuch erstellt, das ihr jetzt in meinem Etsy-Shop herunterladen könnt: Unsere Ferien auf Corona.

Im Prinzip ist es ähnlich aufgebaut wie mein Ferientagebuch aus dem letzten Jahr – dabei ist es aber umfangreicher (28 A5-Seiten), erweiterbar (die Tagebuchseiten können so oft ausgedruckt  werden wie benötigt) und auf die besondere Situation angepasst.

So gibt z.B. einen Mundschutz-Designer, die Kinder können ihren Lieblingsplatz zu Hause zeichnen und tracken, wie oft sie sich an einem Tag die Hände gewaschen haben… Und hinten gibt es eine Bucket-List mit weiteren Ideen, was man in den Corona-Zwangsferien so alles machen kann.

Zusätzlich zum Tagebuch-PDF bekommt ihr von mir ein weiteres PDF mit nützlichen Tipps.

Einmal bezahlt und heruntergeladen, könnt ihr euch das Tagebuch so oft ausdrucken wie ihr möchtet.

In unserem letzten Urlaub war das Ferientagebuch ein Hit – und auch jetzt freuen sich meine beiden schon sehr darauf, ihre Tagebücher zu füllen!

HIER geht es direkt zum Bestellen.

Für die nächsten Tage und Wochen überlege ich, welche digitalen Produkte und Materialien ich für euch erstellen könnte, die euch ermutigen und unterstützen, sowohl für den Blog als auch für den Shop – zum Beispiel Ausmalbilder oder Kreativ-Tutorials?

Habt ihr noch andere Wünsche oder Ideen – dann schreibt mir bitte!

Und auch wenn die Passionszeit schon vor über zwei Wochen begonnen hat, könnt ihr gern noch die Passionsbriefe bei mir bestellen. Für ein paar gute Gedanken und ein paar Inspirationen 🙂

Familientraditionen einführen und pflegen

Wir lieben Familientraditionen: So gibt es freitags bei uns immer Pizza, am Samstag wird nach dem Baden ein Film geschaut (und dazu gibt es Häppchen) und die Mittagspause am Wochenende ist uns heilig!

Es gibt aber auch Familientraditionen, die irgendwann eingeschlafen sind oder die wir – obwohl wir das immer wollten – nie geschafft haben, einzuführen. Konkret sind das unser Dankbarkeitstagebuch und die Familien-Andacht.

Eine Zeitlang haben wir jeden Abend vor dem Schlafengehen eingetragen, wofür wir an diesem Tag dankbar sind. Da kam immer so viel zusammen! Dann, irgendwann, eines abends, vergaßen wir das Dankbarkeitstagebuch, und jetzt fristet es sein trauriges, einsames Dasein im Kinderzimmer…

Eine regelmäßige Familien-Andacht schwebte mir schon vor, bevor ich überhaupt Kinder hatte. Aber bisher haben wir die Idee dazu noch nie in die Tat umgesetzt. Das möchte ich jetzt ändern! Ich stelle es mir so vor, dass wir nach dem Frühstück eine kleine Andacht mit einem Bibeltext oder einer Bibelgeschichte, einem Lied und einem Gebet haben und erst dann in die Aufgaben des Tages starten. Und abends werden wir zuerst das Corona-Tagebuch und dann unser Dankbarkeitstagebuch ausfüllen.

Jetzt haben wir die Zeit und die Möglichkeit dazu!

Freude (und Inspiration) im Briefkasten

Und natürlich möchte ich die Gelegenheit nutzen, euch noch einmal auf meinen Kinder-LoveLetter aufmerksam zu machen!

Mit ihm holt ihr euch eine bunte Wundertüte zum Entdecken, Lesen, Malen, Basteln und Spielen ins Haus und könnt mehr als nur einen langen Nachmittag damit überbrücken.

Ende März erfolgt der Versand – das ist dann vermutlich ein Zeitpunkt, zu dem man schon so einiges ausprobiert und gemacht hat und über etwas frischen Wind dankbar sein wird 🙂

Übrigens: Sollte der Postversand zu der Zeit nicht möglich sein, bekommt ihr die Inhalte soweit möglich per E-Mail zugesandt und den echten Brief dann etwas später!

Wir wissen nicht, was die nächsten Tage und Wochen bringen wird. Deshalb lohnt es sich auch nicht, sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Wir nehmen jeden Tag für sich aus Gottes Hand. Er ist nicht überrascht, nicht überwältigt, nicht überfordert von all dem.

Wir sind in seiner Hand und dürfen ihm vertrauen.

Seid gesegnet, ihr Lieben!

Im übrigen sitzt nach wie vor Gott im Regiment.

Dietrich Bonhoeffer

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