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8 Sätze, die man zu einer Frau mit Kinderwunsch nicht sagen sollte

Drei Jahre warten wir jetzt schon darauf, dass ein drittes Kind sich zu unserer Familie gesellt. Für mich ist das eine lange Zeit – gleichzeitig weiß ich, dass andere Paare noch sehr viel länger warten müssen, auf ihr erstes Kind. Und manche warten vergeblich. Mir ist bewusst, dass der Wunsch nach einem dritten Kind für viele nicht recht verständlich ist: Ich habe doch “schon” zwei Kinder, noch dazu eine Tochter und einen Sohn (ein “Pärchen”), was will ich denn noch? Trotzdem ist der Wunsch für mich real. Zeitweise akut, in anderen Phasen tritt er in den Hintergrund.

Ich habe relativ bald begonnen, über meinen dritten Kinderwunsch zu schreiben und erlebt, dass jeder Text darüber auf große Resonanz stieß. Das ermutigt mich sehr – und trägt hoffentlich ein bisschen zur Enttabuisierung der Thematik bei. Denn viele Betroffene schweigen. Sie leiden still unter ihrer Kinderlosigkeit – und oft genug unter achtlos dahergesagten Kommentaren und unsensiblen Fragen.

Nicht alle der acht Sätze, die ich hier kritisch unter die Lupe nehme, habe ich selbst so zu hören bekommen – die meisten aber schon… Offen mit dem eigenen unerfüllten Kinderwunsch umzugehen, schützt nämlich nicht automatisch vor Verletzungen, leider.

Ich gehe nicht davon aus, dass ihr, die ihr meinen Blog lest, solche Dinge schon gesagt habt, und ich möchte auch niemanden an den Pranger stellen. Ich möchte sensibilisieren und zum Nachdenken anregen – und am Ende verrate ich euch auch noch, was man stattdessen tun kann, wenn man von einem Kinderwunsch weiß…

Zuerst aber acht (und mehr) Sätze, die man zu keiner Frau mit (unerfülltem) Kinderwunsch sagen sollte – und am Besten zu keiner Frau, denn man weiß ja nie, welche Geschichte, welche Wünsche und Gefühle sie hat:

1. Wann ist es denn bei euch endlich mal soweit?

Oder auch: Wird es bei euch nicht auch mal Zeit für Nachwuchs?/ Lasst euch mal lieber nicht mehr so viel Zeit mit dem Schwanger werden! / Du bist ja auch nicht mehr die Jüngste./ Wann bringt ihr eigentlich mal was zustande? / Das werde ich ja nicht mehr erleben, dass ihr zwei ein Kind bekommt.

Die beiden letzten Sätze wurden übrigens wirklich zu meinem Mann und mir gesagt, noch vor der Schwangerschaft mit unserer Tochter (da war ich so 24 oder 25 Jahre alt!). Ich bin heilfroh, dass wir damals noch nicht mit dem Thema Kinderwunsch in Berührung gekommen waren, so haben mich die Aussagen nicht wirklich getroffen (unpassend fand ich sie trotzdem).

Schwanger-werden und der “richtige” Zeitpunkt fürs Kinderkriegen eignen sich nicht für lockeren Small Talk. Punkt. Die wenigsten Menschen werden solche Fragen oder Feststellungen böse meinen; meistens wird so etwas einfach so daher gesagt, ohne zu ahnen, was man damit anrichten kann. Das macht es für die Betroffenen nicht besser.

Erstens geht es niemanden etwas an, ob und wann und wie und wie viele Kinder ein Paar bekommt. Auch nicht die Oma oder die Schwiegermutter. Das gilt für alle, Kinderwunsch hin oder her. Dafür braucht man sich besonders als weniger oder gar nicht nahe stehende Person nicht zu interessieren.

Zweitens kennt man die Situation eines Paares nicht gut genug. Manche entscheiden sich, aus welchen Gründen auch immer, bewusst dagegen, ein Kind zu bekommen. Manche möchten zuerst ihre Ausbildung beenden oder eine große Reise machen, bevor sie die Familiengründung angehen. Und andere versuchen es vielleicht schon seit Jahren vergeblich und leiden erheblich unter ihrer Kinderlosigkeit. Jeder noch so “nett” gemeinte oder scheinbar harmlose Kommentar kann da wie ein Schlag in die Magengrube sein. Deshalb hält man sich dahingehend besser zurück.

Ich meine damit nicht, dass man niemanden jemals auf das Thema Kinderwunsch ansprechen darf! Bei einer guten Freundin oder der eigenen (Schwieger-)Tochter kann man natürlich vorsichtig nachfühlen – in einem Gespräch unter vier Augen, ohne versteckte Vorwürfe und ohne Druck aufzubauen. Nicht aus Neugier, sondern aus ehrlichem Interesse heraus.

2. Bist du schwanger?

Am Besten mit vielsagendem Blick auf den Bauch… Oder, wie ich es auch schon erlebt habe: Blick auf den Bauch und dann im Weggehen: “Ich frag jetzt mal lieber nicht…”

Diese Frage  ist sehr heikel, bei allen (!) Frauen. Sie ist (in den meisten Fällen) übergriffig und überflüssig. Denn entweder, ich bin nicht schwanger – dann suggeriert die Frage, dass ich zu viel auf den Rippen habe (was auch niemanden etwas angeht).

Oder, ich bin tatsächlich schwanger, es ist aber eigentlich noch zu früh oder gerade nicht der passende Augenblick, um (dieser Person, die mir in den meisten Fällen nicht sonderlich nahe steht) die frohe Nachricht zu verkünden… den Zeitpunkt für eine solche Offenbarung wählt die werdende Mutter doch gerne selbst.

Man kann ruhig Vertrauen haben, es im Fall der Fälle schon rechtzeitig mitzubekommen!

3. Entspannt euch mal, dann klappt es schon!

Wenn es doch nur zu meiner Entspannung beitragen würde, wenn mir jemand sagt, dass ich mich entspannen soll!

Tut es leider überhaupt nicht.

Nie.

Was diesen Satz darüber hinaus so problematisch macht: Er suggeriert, dass das Paar durch seine angeblich “verkrampfte” Haltung und seinen starken Kinderwunsch das Schwanger-werden selbst verhindert und quasi daran schuld ist, noch kein Kind zu haben. Er deutet an, dass es doch “ganz einfach” sei – nach dem Motto: Stellt euch nicht so blöd an, dann seid ihr bald schwanger.

So einfach ist es dann doch nicht…

4. Also, bei uns hat es ja sofort geklappt!

Das ist schön für euch, bringt mir nur leider gar nichts…

Außer einem stechenden Schmerz in meinem Inneren.

Zumindest wenn dieser Satz so scheinbar nebenbei und doch stolz-prahlerisch fallen gelassen wird. Als wäre das eine selbst erbrachte Leistung. Natürlich gibt es Paare, die sofort schwanger werden, wenn sie nur daran denken, ein Kind bekommen zu wollen. Und das erspart ihnen eine Menge Sorgen und Probleme! Gleichzeitig täuscht diese Tatsache darüber hinweg, dass jede Schwangerschaft ein Geschenk Gottes ist und dass Er allein es ist, der Leben schafft. Kein Paar kann sich etwas darauf “einbilden”, schwanger zu werden – genauso wie kein Mensch sich dafür selbst verurteilen muss, wenn es nicht (gleich) klappt. Wir haben es nicht unter Kontrolle, wir haben es nicht in der Hand!

Die Kinderlosen müssen sich nicht mehr anstrengen oder sich ein Beispiel an anderen Paaren nehmen – wie denn auch?

Das können und sollten wir im Hinterkopf behalten, wenn wir übers Schwanger-werden sprechen. Formulierungen wie: “Wir haben für ein Baby gesorgt” oder “Wir haben ein Kind gemacht” sind genau genommen nicht zutreffend – und unter Umständen unnötig verletzend.

5. Habt ihr schon … probiert?

Ratschläge können auch Schläge sein…

Solange man nicht darum gebeten wird, sollte man sich mit seiner eigenen Meinung oder irgendwelchen Artikeln, die man gelesen hat oder Methoden, von denen man gehört hat, in dieser Sache zurückhalten.

Vielleicht hat das Paar schon alles durch.

So viel Hoffnung, so viel Enttäuschung!

Vielleicht kommen für sie bestimmte Verfahren nicht in Frage.

Sicher ist, dass Paare mit Kinderwunsch sich intensiv damit befassen, was sie noch versuchen können, um schwanger zu werden. Sehr wahrscheinlich kennen sie sich damit besser aus als Leute, die mit der Thematik persönlich noch nicht in Berührung gekommen sind.

Es ist ein gefährliches Ding, Hoffnungen in Menschen zu wecken, die man selbst gar nicht erfüllen kann.

 

6. Man kann auch ohne Kinder glücklich sein.

Komisch, dass dieser Satz meistens von Leuten kommt, die selbst Kinder haben.

Weil eben die meisten Menschen irgendwann Kinder bekommen. Es ist in uns angelegt, uns fortpflanzen zu wollen. Dieser Wunsch mag uns irrational erscheinen (und irgendwie ist er das auch, in unserer modernen Welt, in der ein selbstbestimmtes, unabhängiges und finanziell abgesichertes Leben das Ideal vieler Menschen ist) – aber er ist eben da, und dann brauchen wir ihn auch niemandem auszureden!

Natürlich kann “man” (wer auch immer das ist) ohne Kinder ein glückliches Leben führen. Aber das Ja zur Kinderlosigkeit kann nur jedes betroffene Paar für sich selbst finden. Das kann nicht mittels eines solchen Kommentars verordnet werden.

Wir können und dürfen nicht den Sinn im Leid eines anderen Menschen erkennen und diejenigen darüber aufklären belehren! Das steht uns nicht zu – egal, ob es sich um eine Krebserkrankung, um Arbeitslosigkeit oder unerfüllten Kinderwunsch handelt. Wenn die Betroffenen für sich lernen, mit ihrem Leid umzugehen und unter Umständen sogar einen “Sinn” oder einen Auftrag darin zu finden, ist das wunderbar. Aber das kann niemand, der nicht in ihrer Haut steckt, für sie tun.

Niemand kann für einen anderen Menschen entscheiden, womit dieser bitteschön glücklich zu sein hat.

7. Familie XY bekommt ja schon ihr 3. Kind…

Auch das ist sehr schön für Familie XY – aber für mich persönlich hat das keine Relevanz.

Ich kann mir kein Beispiel an kinderreichen Familien nehmen – jedenfalls nicht, was ihren Kinderreichtum angeht. Jede Familie ist anders, und nicht jede Familie ist so, wie sie selbst gern wäre. Jede Familie hat ihre eigenen Herausforderungen zu bewältigen – sei es, weil sie die Bedürfnisse “vieler” Kinder unter einen Hut bringen muss, oder weil immer jemand fehlt… Manche Familien wären gern größer, bleiben aber – aus unterschiedlichen Gründen – klein. Da bringen Vergleiche und unterschwellige Verurteilungen gar nichts.

Wenn es bei dieser Aussage darum geht, die Nachricht einer weiteren Schwangerschaft weiterzugeben, dann gibt es sicherlich eine Formulierung, die weniger Druck aufbaut.

Und wenn es darum geht, jemanden indirekt dazu aufzufordern, noch ein weiteres Kind (oder gleich mehrere Kinder…) “nachzulegen”, dann sollte man den Satz direkt runterschlucken und sich selbst ein bisschen für den Gedanken daran ausschimpfen.

8. Nach einer Fehlgeburt: Ihr könnt ja noch mehr Kinder bekommen.

In diesem Fall kann ich nicht aus Erfahrung sprechen – ich habe aber schon mitbekommen, dass Frauen nach einer Fehlgeburt oder nach dem Tod ihres Kindes so etwas gesagt wurde. Und ich kann so viel Unsensibilität kaum fassen.

Ein Kind kann niemals ein anderes ersetzen.

Und der Verlust eines Kindes ist immer schmerzhaft. Viel zu schmerzhaft, um mit einfachen “Lösungen” bewältigt zu werden. Dieser Satz ist kein Trost, im Gegenteil.

Was man tun und sagen kann, wenn man von einem Kinderwunsch weiß:

Jede Frau und jedes Paar mit unerfülltem Kinderwunsch muss lernen, mit ihrer Situation umzugehen. In ihrem Umfeld werden Frauen schwanger und bekommen Babys; sie erleben wieder einen Geburtstag, wieder ein Weihnachtsfest, wieder einen Hochzeitstag ohne ein eigenes Kind; jeden Monat neu wird Hoffnung entfacht – und enttäuscht. Wer das nicht selbst erlebt hat, kann die Gefühle nur begrenzt nachempfinden und wissen, was für eine alltägliche Herausforderung dieser Wunsch ist! Sich zurückzuziehen und allen Menschen mit Babybauch und/oder Kinderwagen aus dem Weg zu gehen, ist nicht wirklich eine Option…

Umso wichtiger ist es, auf dem schwierigen Weg von sensiblen Freunden und Familienmitgliedern begleitet zu werden, die einem verletzende Kommentare ersparen.

Man kann sicherlich nicht pauschalisieren, welche Reaktionen Betroffene als angenehm und wünschenswert empfinden – da gilt es dann, möglichst sensibel und vorsichtig zu sein und vielleicht auch nachzufragen: “Was wünschst du dir von mir? Wie kann ich dich unterstützen?”

Tatsächlich ist es viel schwieriger, zu sagen, welches Verhalten ich mir wünsche, als verletzende Sätze zu identifizieren…! Da musste ich lange überlegen und weiß auch nicht, inwieweit ich mit meinem Ergebnis zufrieden bin.

Ich persönlich empfinde (möglicherweise) Folgendes als hilfreich:

  • Alle oben beschriebenen Sätze vermeiden und gewisse Formulierungen überdenken.
  • Wenn man mitbekommt, dass in einer Runde (möglicherweise) verletzende Kommentare fallen oder unsensible Fragen gestellt werden, kann man den Angesprochenen beispringen und entweder auf die Unangemessenheit hinweisen oder das Thema ändern. Als Betroffene ist man teilweise sehr verletzt und wie paralysiert und kann in dem Moment kaum reagieren – da tut es gut, wenn man Schutz durch andere erfährt.
  • Bei Menschen, mit denen ich nicht eng befreundet bin und/oder die keinen eigenen Kinderwunsch haben, ist es mir am liebsten, wenn sie mich nicht darauf ansprechen. Hin und wieder teile ich etwas zu dem Thema hier auf dem Blog, das muss dann reichen.
  • Bei Freundinnen freue ich mich über Fragen wie: “Wie geht es dir gerade mit dem Kinderwunsch?” Nicht zwischen Tür und Angel, sondern in einem geschützten Rahmen und mit genug Zeit.
  • Es tut gut, wenn man einfach reden kann, ohne sich rechtfertigen zu müssen; wenn man das Gefühl hat, verstanden zu werden. Genauso wie ich mich bemühe, mich für Schwangere zu freuen und zu interessieren, wünsche ich mir, dass jemand meine Traurigkeit mit mir teilt.
  • Da muss gar nicht viel gesagt werden – zuhören ist das Beste! Sätze wie: “Es tut mir leid, dass du das gerade durchmachen musst.”/ “Ich bete für dich!” / “Ich trauere mit dir.” sind hilfreich.
  • Im Kontakt mit Schwangeren wünsche ich mir, dass nicht permanent über das Baby und die Schwangerschaft gesprochen wird, und stattdessen auch andere Themen Raum haben.
  • Austausch mit anderen Betroffenen tut sehr gut! Wenn du von niemandem mit Kinderwunsch in deinem Bekanntenkreis weißt, könnte das Netzwerk Hope-Kinderwunschzeit für dich ein Startpunkt sein. Auf der Internetseite findest du wertvolle Impulse, und darüber hinaus wurden in vielen Städten Kinderwunsch-Support-Groups gegründet.

Danke euch für euer Anteilnehmen auch an diesem Aspekt meines Lebens – danke, dass ihr so verständnisvoll und offen und sensibel mit mir umgeht!

Ich freue mich über eure Anmerkungen und Erfahrungen zu diesem Thema. Gern in den Kommentaren oder einfach per Mail!

13 Kommentare

  • Estefania Garosz

    Ich finde den Punkt 4 am schlimmsten. Wenn die Person weiß, dass ich eine Kinderwunsch habe und es in der Vergangenheit wenig erfolgreich verlief, ist es wirklich unschön zu hören, dass es ja bei anderen super toll und schnell geklappt hat. Wie Sie anführen, sind sich viele nicht bewusst, wie verletzend solche Aussagen sein können. Vielen Dank für Ihren Beitrag zum Kinderwunsch.

    • rebekkasloveletter

      Liebe Estefania, danke für deinen Kommentar. Ja, da mangelt es zum Teil sehr an Empathie… Ich befürchte, bevor wir selbst in eine bestimmte schwierige oder herausfordernde Situation geraten, fällt es uns schwer, uns wirklich bei anderen, die davon betroffen sind, hineinzufühlen – und können leicht denken: Ach, das ist doch nicht so schlimm! Aber doch, das ist es. Ich bin da auch eine Lernende und hoffe, dass Gott mich da immer sensibler und aufmerksamer macht. Alles Liebe und Gottes Segen dir!

  • Eveline

    Liebe Rebekka,
    Danke für deinen Mut deine Gedanken und Gefühle zu diesem Thema mit uns zu teilen. Es ist so wichtig und so schwierig. Für alle Seiten denke ich.
    Auf unser erstes Kind mussten wir auch warten. Es waren im Endeffekt „nur“ zwei Jahre, aber die habe ich gefühlt durchgeheult. Ich habe gebetet, Gott möge mir lieber sagen, dass ich nie Kinder bekommen werde, statt mich warten und hoffen zu lassen. Lieber wollte ich die „Diagnose“ vor den Kopf geworfen bekommen und mich damit abfinden (nach einer Trauerzeit) als jeden Monat diese Hoffen-Enttäuschtwerden-Folter zu erleben.
    Inzwischen habe ich Kinder, aber meine Schwägerin wollte schon ein Kind, als ich mein viertes noch nicht hatte. Wir haben uns vorgestellt, wie es wird, wenn sie ein Baby hat. Dann wurde ich schwanger und wir haben gerechnet, welcher Abstand günstig wäre für unsere beiden Babys, wie schön es wäre, wenn sie das gleiche Geschlecht hätten. Dann haben wir überlegt, dass es doch gut ist, wenn bisschen Abstand ist, damit sie meine Babysachen nehmen kann und so ging es weiter. Mein 4. Kind ist 3,5 Jahre alt und meine Schwägerin hat in dieser Zeit so viel durch gemacht. Ich muss immer wieder ein schlechtes Gewissen unterdrücken. Meine Kinder wären ja nicht ihre geworden, wenn ich sie nicht bekommen hätte. Ich bin nicht verantwortlich für ihre Kinderlosigkeit, aber sie auch nicht. Wir haben schon lange nicht mehr über das Thema geredet. Wenn sie will, erzählt sie mir wie es ihr geht oder wenn sie einen Arzttermin zu dem Thema hat. Alles ermutigen und gut zureden, alle Tipps haben nicht geholfen, also warten wir alle still und mir fällt auf, dass ich auch immer seltener dafür bete.
    Eine sehr gute Freundin hat nach 10 Jahren einen Sohn mit Autismus bekommen. Sie wünschen sich seit 8 Jahren ein 2. Kind, aber die Ärzte sagen, dass es unmöglich ist, dass sie schwanger geworden ist.
    Eine andere Freundin hat nach fast 18 Jahren Ehe endlich 2 Kinder bekommen. Sie hätte sich so sehr noch ein drittes gewünscht, aber plötzlich kamen die Wechseljahre viel zu früh.
    Unerfüllter Kinderwunsch ist überall um uns rum. Du hast recht, dass wir mit dem Thema super sensibel sein müssen. Aber es ist auch als außenstehende Person wirklich schwer die richtigen Worte zu finden und dann sagt man irgendetwas, was so gar nicht richtig ist.

    Danke, dass du uns aufzeigst, was hilft und was nicht. Oft sind Betroffene gekränkt und können aber gar nicht sagen, was sie kränkt und was besser gewesen wäre.

    Gott segne dich als Mutter, Ehefrau und kreative Selbstständige. Ich bete, dass er sich dadurch verherrlicht, dass er euch euren Wunsch erfüllt!

    • Judith

      Liebe Rebekka,
      du sprichst mir aus der Seele! Inzwischen sind es bei uns über 6 Jahre Hoffen, Bangen, Warten, Kapitulieren, Verzweifeln, Trauern und Tränen… Aber das 3.Wunderkind möchte nicht kommen.
      Danke für deine Gedanken dazu und dass du es immer wieder zum Thema machst! Wollte dir schon lange auf deine liebe Email dazu antworten… Jetzt auf diesem Weg… Du bist nicht allein mit deinen Gefühlen und Gedanken dazu!
      Herzliche Grüße!

    • rebekkasloveletter

      Liebe Eveline, danke für deine Gedanken zum Thema. Es ist wirklich nicht einfach, damit umzugehen – weder für die Betroffenen selbst, noch für deren Umfeld. Aber ich glaube, das Wichtigste ist einfach, sensibel zu sein… und vielleicht auch mal zu sagen: “Ich weiß nicht, was ich dir gerade dazu sagen kann – ich möchte dir helfen und für dich da sein und dich wirklich nicht verletzen. Sollte ich das getan haben, tut es mir leid.” Und dann ist es auf jeden Fall Aufgabe der Betroffenen, ein Ja (in welcher Form auch immer) zu ihrer Situation zu finden. Jeder Babybauch, jede Geburtsanzeige kann verletzend sein – aber mit dieser Art von Verletzung und auch mit dem Neid, der u.U. aufkommt, müssen die Betroffenen selbst umgehen lernen. Das kann uns keiner abnehmen, und daran reifen wir auch, wenn wir uns damit auseinandersetzen.
      Danke für deine Worte! <3

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