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Das war mein 2020

Ein Jahr geht zu Ende. Ein besonderes Jahr. 2020 wird definitiv in die Geschichte eingehen – und wenn man den diversen Jahresrückblicken glaubt, die seit einigen Wochen im Internet kursieren, als das schlimmste Jahr aller Zeiten. Ich habe mich auch schon bei diesem Gedanken ertappt. Und in gewisser Weise bin ich froh, dass es in ein paar Tagen aus ist mit 2020 (in dem Wissen, dass es danach erstmal ungefähr so weitergehen wird wie gehabt).

Aber in mir regt sich auch Mitleid – so wie immer, wenn so viel auf jemandem rumgehackt wird. 2020 hat seinen ausschließlich schlechten Ruf vielleicht gar nicht verdient. Sicher, für viele Menschen war es ein sehr hartes Jahr – viele haben ihre finanzielle Sicherheit verloren, ihre Gesundheit oder sogar Freunde und Angehörige. Wir wurden herausgefordert auf eine Art und Weise, die wir uns nie hätten träumen lassen.

Und doch – ich möchte eine kleine Lanze für 2020 brechen. In diesem Jahr wurden Kinder empfangen, geboren, eingeschult. In diesem Jahr fanden sich Paare, verlobten und verheirateten sich. In diesem Jahr haben Familien sehr viel Zeit miteinander verbringen dürfen. In diesem Jahr wurden ungewöhnliche Ideen geboren, Feste gefeiert – es haben junge Menschen Abitur gemacht, ihr Studium beendet, Reisen unternommen. Auch wenn das alles nicht so ablaufen konnte, wie wir es uns sonst vorstellen – all diese Ereignisse sind und bleiben Highlights, Wegmarken unseres Lebenswegs, die wir feiern, würdigen, genießen sollten. Neben all dem Schwierigen dürfen wir 2020 doch auch mit sehr viel Schönem in Verbindung bringen – denn das Leben ging weiter. Für die meisten von uns, Gott sei Dank. Wir nehmen das alles aus seiner Hand.

Wenn ich auf die vergangenen 12 Monate zurückblicke, denke ich vor allem daran, wie unerwartet vieles war. Ganz anders, als ich es mir Silvester 2019 vorgestellt hatte. Manches davon war schwer, vieles davon hat keinen Spaß gemacht, hat mir und uns etwas abverlangt – aber sehr vieles war auch schön und ich bin dankbar.

Dies ist mein Versuch eines Jahresrückblicks. Total subjektiv. So habe ich 2020 erlebt, so möchte ich mich erinnern. Mir ist bewusst, dass nicht alle von euch meine Perspektive teilen, dass es einige von euch sehr viel härter getroffen hat.

Vielleicht kann ich euch mit meinem Text dazu ermutigen, einen versöhnten Blick auf das vergangene Jahr zu suchen und zu finden. Was war gut – was ist gelungen – wofür bist du dankbar – welchen Schatz nimmst du mit?

Unerwartet taff

Die Herausforderungen lauerten 2020 hinter vielen Ecken – für mich war das vor allem das Home Schooling unserer Erstklässlerin und die wochenlange Rundumbetreuung beider Kinder zu Hause, meistens allein (bei meinen Mann ist Home Office leider nicht möglich).

Aber gerade in dieser Situation, die ich mir so niemals ausgesucht oder gewünscht hätte (eigentlich fühlte ich mich schon im Februar total ausgelaugt und sehnte mich nach einem Wochenende für mich), stellte ich fest, dass ich viel mehr schaffte, als ich mir zugetraut hatte.

Natürlich war es herausfordernd, die Kinder zu beschäftigen und den Unterricht zu Hause (der von unseren Lehrerinnen leider sehr unzureichend betreut wurde) zu managen – es gab Tränen und Wutanfälle und verzweifelte Momente – aber allermeistens war es schön. Wir haben die Familienzeit tatsächlich genossen. Es war toll, morgens nicht so früh aufstehen und durchs Frühstück hetzen zu müssen. Es hat Spaß gemacht, die Fortschritte meiner Tochter zu begleiten. Wir waren sehr kreativ und wussten uns meistens zu beschäftigen – auch unser Medienkonsum stieg nicht in dem Maße an, wie ich es befürchtet hatte. Wir fanden unseren Rhythmus und harmonierten ziemlich gut.

Und ich hielt lange durch! Unerwartet lange. Das war Gnade!

Jetzt habe ich eine ungefähre Vorstellung davon, was damit gemeint ist, dass Gottes Gnade so weit reicht wie die Wolken…

Unerwartet feierlich und schön

2020 hielt einige Highlights und auch Feste für uns bereit, von denen wir im März und April noch dachten, wir müssten uns emotional schon mal von ihnen verabschieden:

Es war uns möglich, wie geplant in den Urlaub zu fahren. In ein Land mit (zu dem Zeitpunkt) sehr niedrigen Infektionszahlen, mit dem Mietauto, untergebracht in Ferienwohnungen, ganz viel Zeit in der Natur. Wir haben so viele “Abenteuer” erlebt, wie unser Sohn sagt, haben ein bisschen Abstand gewinnen und neue Kraft tanken können.

Dann wurde unser Sohn eingeschult und die ganze Familie war da, um das zu feiern. Dafür bin ich sehr dankbar, denn das ist schon ein ziemlich großer Einschnitt, den man feiern sollte. Jetzt ist unser zweites Schulkind voll und ganz im (Corona-)Schulbetrieb angekommen und unheimlich begeistert! Er liebt es, zur Schule zu gehen, hat Freunde gefunden und macht sogar (noch) gern Hausaufgaben.

Auch die Geburtstage meiner Tochter und mir konnten wir in einem gewissen Rahmen feiern. Es waren schöne Feste, von denen wir jetzt noch eine Weile zehren können.

Ja, Ostern ohne Gottesdienst in der Gemeinde war traurig. Und auch der Gang zum Heiligabendgottesdienst wird uns fehlen – wir mussten und müssen auf vieles verzichten in diesem Jahr. Aber vieles war und ist auch möglich. Wir können trotzdem feiern und genießen und es uns schön machen.

Unerwartet erfolgreich

Es ist alles andere als selbstverständlich, dieses Jahr als “erfolgreich” bezeichnen zu können. Und es kommt dabei sicher auch ein bisschen darauf an, was man persönlich unter “Erfolg” versteht. Mein Umsatz ist jetzt nicht direkt durch die Decke gegangen. Aber er ist auch nicht eingebrochen. Ich konnte meiner Arbeit weiter nachgehen, wenn ich auch zuerst durch die Vollzeitbetreuung der Kinder und dann durch die Schwangerschaftsübelkeit ziemlich eingeschränkt war. Aber es ging weiter. Türen, an die ich gar nicht geklopft hatte, öffneten sich – so werden im Januar zwei Bücher erscheinen, an denen ich mitwirken durfte! Das ist so aufregend und die Erfüllung eines Traums!

Immer wieder kamen Anfragen und Aufträge rein, ohne dass ich mich großartig darum bemüht hätte. Mein Blog erfährt mehr und mehr Aufmerksamkeit. Die LoveLetters erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit – und ich war total begeistert, wie viele von euch Interesse an meinen Adventsbriefen hatten! Da habt ihr meine Erwartungen weit übertroffen!

Im nächsten Jahr wird sich wieder einiges ändern und ich kann jetzt noch nicht abschätzen, was für mich beruflich überhaupt möglich sein wird. Aber der Rückblick auf 2020 stimmt mich zuversichtlich!

Unerwartet versorgt

Fast schäme ich mich für diese Überschrift. Schließlich glaube ich doch, dass Gott uns versorgt. Oder? Er verspricht es uns in der Bibel. Ist es dann wirklich so unerwartet, wenn er es tatsächlich tut?

Wahrscheinlich ist es uns in “normalen” Zeiten einfach nicht so bewusst, wie sehr wir von Gottes Versorgung abhängig sind und wie viel er uns schenkt, jeden Tag. In diesem vergangenen Jahr aber, in dem so vieles ungewiss und herausfordernd war, in dem plötzlich Sorgen in uns aufstiegen um Dinge, um die wir uns noch nie gesorgt hatten (ich sage nur: Klopapier!), wurde mir Gottes treue Versorgung sehr deutlich vor Augen geführt.

Ich kann das (wie alles hier) nur aus meiner Perspektive schildern, so wie wir es erlebt haben. Mir ist klar, dass 2020 für viele deutlich schwieriger war als für uns und dass einige von euch große Ängste und auch Verluste erleben mussten. Das tut mir von Herzen leid. Ich wünsche euch Trost und Frieden und dass ihr euch in euren ganz individuellen Situationen von Gott getragen und versorgt wissen dürft.

Wie gesagt, uns persönlich trafen die Maßnahmen und Einschränkungen verhältnismäßig wenig. Mein Mann konnte weiterhin normal arbeiten. Mir war es möglich, die Kinder zu versorgen und parallel mein Business weiterzuführen. Wir hatten immer genug Klopapier (erstaunlich, wie lange so eine Packung reichen kann) und sogar Hefe zu Ostern. Wir mussten bisher noch nicht in Quarantäne und haben auch keine uns nahestehenden Menschen an Corona verloren. Wir sind sehr bewahrt geblieben. Das ist nicht unser Verdienst – wir können es einfach nur als Geschenk annehmen und versuchen, den Segen weiterzugeben.

Auch die Tatsache, dass ich so lange durchhalten konnte ohne durchzudrehen und dass ich die intensive Zeit mit den Kindern so sehr genießen konnte – da hat Gott mich versorgt. Tag für Tag, Schritt für Schritt.

Unerwartet beschenkt

Und dann wurde es ja noch vollends verrückt! Dass ich ausgerechnet in diesem Jahr schwanger werden würde, hätte ich mir nie vorstellen können. Gott schreibt einfach die besten und unwahrscheinlichsten Geschichten. Mit unerwarteten Wendungen, Liebe zum Detail und viel Humor. So sehe ich es jetzt.

Ich bin unerwartet beschenkt, und war zuerst ganz furchtbar undankbar. Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob ich das überhaupt noch wollte. Ich dachte an all die, denen ich es mehr gegönnt hätte als mir, und an ihren Schmerz, dem ich noch einen weiteren Stich hinzufügen würde. Das tut mir sehr leid.

Jetzt durfte ich Weihnachten feiern mit Babybauch und werde “froher Erwartung” in das neue Jahr gehen. Was für ein Geschenk!

Unerwartet weiter…

Was wird das neue Jahr bringen? Wird “alles” besser? Kehrt die “Normalität” zurück? (Und was ist das überhaupt, wollen wir das wirklich? Weitermachen, als wäre nichts?)

Abgesehen davon, dass wir uns auf unser Mai-Baby vorbereiten (so langsam bekomme ich doch einen Rappel und möchte umräumen, Babysachen organisieren…), haben wir uns für 2021 nichts vorgenommen. Natürlich hoffen wir auf mehr und mehr Normalität – also im Wesentlichen auf regulären Schulunterricht und auf Besuche bei den Großeltern sowie vielleicht die eine oder andere Party… Aber wirklich planen kann man damit ja aktuell noch nicht. Und so heißt es erst einmal warten und sich (weiter) in Geduld üben.

Mit LoveLetter soll es weitergehen – den ersten Brief verschicke ich Ende Januar, zum Thema Flügel. Ein paar Exemplare wurden schon vorbestellt; wenn ihr Interesse habt, könnt ihr mir gern schon schreiben. Aber auch was mein kreatives Business angeht, mache ich keine großen Pläne. Ich werde tun, was möglich ist, und alles andere eben lassen. Ab Mai steht dann erst mal die Familie und unser neustes Familienmitglied im Fokus.

Eigentlich finde ich es ganz schön, so ohne große Erwartungen und Pläne ins neue Jahr zu gehen. Die Tage, Wochen und Monate werden sich auch so füllen, mit ganz viel Unerwartetem. Wir dürfen unsere Hände (und Tassen) Gott hinhalten und sie von ihm füllen lassen.

Jetzt werde ich noch ein bisschen Pause und Familienzeit genießen, bevor es im Januar dann mit dem Home Schooling und diversen Alltagsaufgaben wieder los geht. Aber daran will ich jetzt noch gar nicht denken… Lieber freue ich mich am Weihnachtsbaum, am Ausprobieren meiner Geschenke und an Gemeinschaft im kleinsten Kreis.

Euch allen DANKE ich von Herzen für dieses letzte Jahr – für euer Interesse, für eure Treue, für eure Unterstützung! Danke für eure Bestellungen und euer Vertrauen. Danke für euer Mitfreuen und eure Gebete. Ich weiß all das sehr zu schätzen und bin einfach nur dankbar dafür!

Ich hoffe, dass ihr 2020 mit Frieden und Hoffnung im Herzen abschließen und zuversichtlich in das neue Jahr gehen könnt. Das wünsche ich euch!

Seid gesegnet – bis bald!

eure Rebekka

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