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Im Moment…

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Genau einen Monat ist es her, dass ich mich das letzte Mal hier auf dem Blog gemeldet habe. Mein Wochenbett ist nun vorüber, und auch die Elternzeit meines Mannes ist vorbei (zumindest für dieses Jahr). Die herbeigesehnten Sommerferien haben endlich begonnen. Auf unserem Balkon steht eigentlich immer ein voller Wäscheständer – da macht sich eine weitere Person im Haushalt doch bemerkbar… Meine Ringe passen mir immer noch nicht (das nervt). Inzwischen haben alle Großeltern und viele Freunde und Bekannte unseren Kleinen kennengelernt. Wir sind im Alltag mit Baby angekommen und haben uns doch noch nicht daran gewöhnt, nachts wieder öfters geweckt zu werden…

Ganz “normal” also und alles andere als spektakulär, aber durch das Baby liegt doch über allem ein Hauch von Aufbruch und der Zauber des Neuanfangs. Es gibt viele erste Male, aber auch viele winzigkleine Abschiede, und obwohl ich mir ganz sicher bin, dass dieses mein letztes Kind sein wird, fällt mir diese Endgültigkeit ein bisschen schwer.

Unser Kleiner ist ein Wunder (so wie natürlich jeder Mensch) und ich genieße ihn sehr. Er ist auch einfach zu süß und er wird immer süßer! ♥

Daran zu denken, wie sehr ich ihn mir gewünscht habe und wie sehr Gott mich mit ihm überrascht hat, erleichtert mir die anstrengenden Momente. Immer wieder flüstere ich “Danke”, und bete, dass ich meinem Sohn die Mama sein kann, die er braucht.

Im Moment…

… feiere ich bittersüßen Abschied vom Wochenbett.

Sechs Wochen sind wir nun schon zu fünft – und damit endet bereits die Neugeborenenzeit unseres Jüngsten und mein Wochenbett. In diesen sechs Wochen hat sich äußerlich nicht viel verändert (jedenfalls abgesehen davon, dass das Baby ordentlich zugenommen hat und gewachsen ist), innerlich ist aber einiges passiert. Wir haben uns weiter kennengelernt und sind zusammen gewachsen. Ich fühle mich sicherer im Umgang mit dem Kleinen, weiß, was er wann möchte und freue mich über seine niedliche Art der Kommunikation. Es ist immer wieder schön, wenn er mich anlächelt, wenn er seine glucksenden Geräusche macht, wenn er so schelmisch guckt, wenn er auf meinem Arm sofort ruhig wird. Es wird leichter mit der Zeit, und alles findet sich – das ist wahr.

Manchmal bin ich traurig, dass er kein Neugeborenes mehr ist und dass ich das nie mehr erleben werde. Verrückte Hormone, wirklich! Denn wenn ich an das Heulen denke, an den Schlafentzug, an die schmerzenden Brüste, an das Babyschreien und meine Verzweiflung, dann bin ich sofort froh, dass diese Phase nun hinter uns liegt. So selig und süß und unschuldig die Neugeborenenzeit auch ist – sie ist auch super anstrengend und hormongeplagt (jedenfalls war sie das bei mir).

Mein letztes Wochenbett ist vorbei. Ich habe es nicht so verbracht, wie ich mir das ursprünglich vorgenommen hatte (also so gut wie gar nicht im Bett). Aber ich habe die sechs Wochen so verbracht, wie ich konnte, wie es sich in dem Moment für mich richtig angefühlt hat. Ich habe meinem Körper und meiner Seele und meinem Baby nur das zugemutet, was in jedem Augenblick für uns machbar war.

Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft nun einmal meistens eine Lücke, und mit dieser Lücke mache ich mehr und mehr meinen Frieden. Gerade in dem Dazwischen können wir sehr viel Glück und Freude finden.

Es ist ein bittersüßer Abschied. Ein dankbares Zurückblicken und viel Vorfreude.

… bin ich dankbar für Freundinnen und die Solidarität unter Müttern.

Zum Ende der Wochenbett-Zeit wurde es nochmal richtig schwer. Mein Mann musste wieder zur Arbeit, die großen Kinder fuhren zu Oma und Opa und ich war mit dem Baby allein. Das löste in mir auf einmal große Ängste aus, und ich wurde noch einmal so richtig von Hormonen überschwemmt. Alles um mich herum war dunkel und ich konnte mich nicht mehr richtig freuen. Ich saß auf dem Sofa und heulte nur noch.

Meine Hebamme schlug mir vor, mich in den kommenden Tagen zu verabreden. Um Hilfe zu bitten und nicht allein zu Hause zu bleiben mit meinem Baby. Und das tat ich dann auch. Ich bekam Besuch, durfte selbst zu Gast in einem schönen Garten sein, meine Schwester brachte Pizza zum Mittagessen vorbei – das alles tat so gut!

In diesen Tagen habe ich wieder einmal erlebt, wie wertvoll es ist, offen, ehrlich und verletzlich zu sein und Schwäche zu zeigen. Wenn wir das wagen und da den ersten Schritt machen, dann dürfen wir erleben, dass wir nicht allein sind. Vielen anderen geht es genauso wie uns! Wir alle haben Momente der Schwäche, kennen das Gefühl der Ausweglosigkeit, wir alle kommen mal an einen Punkt, an dem wir meinen, nicht weiter zu können.

Auch auf Instagram habe ich geteilt, wie es mir ging, und ausschließlich positive, ermutigende, empathische Nachrichten bekommen! So vielen Mamas geht es im Wochenbett nicht gut – so viele von uns fühlen sich überfordert, hormongesteuert und allein; so viele von uns leiden unter den Vergleichen auf Social Media und sehnen sich nach Zuspruch.

Es hat mir sehr geholfen, mich zu öffnen und ehrlich zuzugeben, wie es in dem Moment war. Das war der erste Schritt in Richtung Besserung. Ich weiß, dass viele für mich gebetet haben und ich bin unendlich dankbar dafür! ♥

… trage ich unser Baby.

… und das meine ich wortwörtlich – jetzt, gerade in diesem Moment trage ich mein Baby. Dieses dritte Kind ist unser erstes Tragebaby, was schön und anstrengend zugleich ist. Während seine Geschwister nach wenigen Minuten im Kinderwagen ein- und stundenlang weiterschliefen, findet der Kleinste den Kinderwagen eher semigut. Die Trage dagegen ist super und ich bilde mir ein, dass er schon ruhiger wird, wenn er sieht, dass ich sie mir umschnalle.

So trage ich ihn eben, beim Haushaltmachen, beim Kochen (vorsichtig!), beim Essen, beim Fotografieren und auch jetzt, beim Blogpost-Tippen.

Hauptsache, er ist glücklich (und schläft)!

… ist das Kinderzimmer ordentlich!

Die zwei großen Kinder sind gerade bei den Großeltern und genießen dort die ersten Ferienwochen – das ist für mich immer die Gelegenheit, das Kinderzimmer aufzuräumen, zu entrümpeln, ein bisschen umzugestalten und gründlich sauber zu machen.

Dieses Jahr war ich etwas unsicher, wie ich das mit dem Baby schaffen würde, aber es gibt immer wieder Vormittage, an denen er sehr lange schläft, und so habe ich das Projekt tatsächlich in Angriff nehmen und abschließen können.

Jetzt ist es wieder besser!

So sehr ich es mag, wie kreativ meine Kinder spielen – was sie alles aufbauen und malen und basteln und mit ihrer Fantasie erschaffen – das Chaos ist für mich manchmal kaum zu ertragen. Ich bin ein ziemlich ordentlicher Mensch, der Struktur und Klarheit um sich braucht, und außerdem fällt es mir sehr leicht, mich von Dingen zu verabschieden. Ja, es macht mir tatsächlich Spaß, aufzuräumen und Sachen auszusortieren (nicht nur bei den Kindern, auch bei meinem eigenen Kram 😉 ).

… lese ich:

Dafür, dass ich gefühlt überhaupt nicht zum Lesen komme, ist mein Bücherstapel gar nicht mal so schmal:

Ein Gentleman in Moskau (Amor Towles): Diesen wunderbar geschriebenen Roman hat mir eine liebe Freundin in ein Wochenbett-Care-Paket gepackt – sie kennt mich einfach gut! ♥ Graf Alexander Rostov, ein Gentleman der alten Schule, wird 1922 von einem Moskauer Volkskommissariat zu lebenslangem Hausarrest im Hotel Metropol verurteilt. Er macht das Beste aus seiner Situation und bleibt höflich, optimistisch und den Menschen zugewandt – in all den Jahren seines Lebens im begrenzten Kosmos des Hotels. Eine sehr angenehme, humorvolle und leichte (dabei aber nicht seichte!) Lektüre.

Madame Moneypenny – Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können (Natascha Wegelin): Auf Instagram wurde ich aufmerksam auf Madame Moneypenny und ihre Mission, und da es definitiv nicht schaden kann, sich mal mit den eigenen Finanzen (und dem Gespenst Altersarmut) auseinanderzusetzen, habe ich mir dieses Buch gekauft. Mein erstes Buch zu dem Thema, yay! Ich nehme viel mit – viel zum Nachdenken, zum Besprechen, zum Umsetzen und Verändern. Einiges sehe und handhabe ich bewusst anders (z.B. Thema Auszeit im Job für die Kinder), und für mich ist Gott, das Vertrauen in IHN und die Verantwortung IHM gegenüber immer noch der größte Faktor in der Rechnung, aber nichtsdestotrotz kann ich allen Frauen dieses Buch als Einstig in die Thematik empfehlen!

Wild and free (Jess Connolly und Hayley Morgan): Ich finde Jess Connolly großartig und warte gerade sehnsüchtig auf ihr neustes Buch (Breaking Free from Bodyshame). In der Zwischenzeit lese ich über das Gefühl “immer zu viel und nie genug” zu sein, und was Gott dazu zu sagen hat.

The Giver (Lois Lowry): Jonas wächst in einer scheinbar perfekten Welt auf, ohne Schmerz, ohne Krieg, ohne Rassismus, ohne Vergewaltigung,  ohne Umweltkatastrophen. Dass dieser harmonische Zustand einen hohen Preis verlangt, wird ihm erst bewusst, als er von den Ältesten seiner Gemeinschaft als “Hüter der Erinnerung” auserwählt wird. Ein super spannender und bedenkenswerter Roman über Liebe und Freiheit.

Jolima und der Weg nach Immergrün (Inka Hammond): Auf der Suche nach einem Geschenk zum 8. Geburtstag unserer Tochter wurde mir dieses schön illustrierte Kinderbuch empfohlen – und ich bin mir ziemlich sicher, dass es unserem Mädchen gefallen wird! Jolima wächst in Immergrau auf, wo die Sonne niemals scheint und alles beschwerlich, grau und trist ist. Eines Tages erscheint der Bote des Königreichs Immergrün auf dem Marktplatz und lädt im Namen des Königs alle Töchter des Landes ein, sich auf den Weg nach Immergrün zu machen und dort als Töchter des Königs zu leben. Jolima ist die einzige, die sich auf die Reise macht – und doch ist sie nicht allein…

… male ich (ein bisschen):

Viel Gelegenheit habe ich gerade nicht, meiner kreativen Leidenschaft nachzugehen – und manchmal nervt mich das! Ich merke, wie wichtig es für mich ist, Zeit dafür zu finden, wie sehr mich wenige Minuten mit Aquarellfarben und Pinsel schon erfrischen.

Nachdem ich den (richtig tollen!) 30 Tage-Online-Kurs Ocean Alchemy von Alisa Burke beendet habe, meldete ich mich gleich für den nächsten an: The Homebody Journal. Auch dies ist ein Kurs mit 30 Prompts für jeden Tag. Diese begeistern mich nicht alle gleich, aber es ist unheimlich hilfreich für mich, ein bisschen Inspiration von außen zu bekommen, um diese dann auch in meinem direkten Umfeld zu finden.

 

Abgesehen von diesen kleinen Spielereien in meinem Skizzenbuch habe ich auch ein paar persönliche Letterings angefertigt. Denn auch wenn ich gerade noch mitten in der Babypause bin, dürft ihr mir gern eine Mail schreiben, wenn ihr gern ein personalisiertes Lettering bestellen möchtet. Wenn ihr mir für die Beantwortung eurer Anfrage und die Bearbeitung des Auftrags ein paar Tage Zeit geben könnt, mache ich das sehr gern!

… verabschiede ich mich von meiner Hebamme.

Heute besucht uns meine Hebamme zum letzten Mal. Wieder so ein letztes Mal… wieder ein Abschied, der mir ein bisschen schwer fällt. Ich habe mich sehr gut betreut gefühlt und bin sehr dankbar dafür! Schon allein die Tatsache, dass ich überhaupt und so schnell eine Hebamme gefunden habe, war ein Geschenk – und dann auch noch so eine Tolle!

Jetzt ist ihre Arbeit bei uns getan und wir sagen Danke, auch mit einem kleinen Geschenk: Einem Aquarell-Lettering für “die beste Hebamme” sowie einem frischen Duschgel, einer Samenbombe und einer Karte.

… besorge ich Geburtstagsgeschenke.

Ende Juli steht schon wieder ein Familienhighlight an: Unsere große Tochter wird 8 Jahre alt!

Ich habe die Zeit, die sie bei den Großeltern verbringt, dafür genutzt, Geschenke für sie zu besorgen. Das liebe ich ja! Schenken sowieso, aber ganz besonders meine Tochter zu beschenken. Bei ihr weiß ich einfach sehr gut, was ihr eine Freude machen würde – und in gewisser Weise beschenke ich mein inneres Kind gleich mit 😉 Wir sind uns da schon recht ähnlich…

Dieses Jahr bekommt sie von uns das bereits erwähnte Buch Jolima und die Reise nach Immergrün, außerdem ein Pferde-Bastelbuch, ein Pferde-Rätselheft sowie ein Pferde-Ausmalbuch. Zusätzlich habe ich ein richtig schön illustriertes Puzzle für sie bestellt (Rainbow Tigers von djeco) und einen personalisierten Cake-Topper in Pferdeform mit ihrem Namen darauf (von Fräulein K. sagt ja); den können wir in den nächsten Jahren immer wieder verwenden. Ganz besonders freue ich mich darauf, ihr unsere Partner-Armbänder zu überreichen, die Studio Bloom für uns aufgefädelt hat!

Als “großes” Geschenk bekommt sie eine Unternehmung oder gemeinsame Aktivität von uns – da haben wir uns noch nicht entschieden, was genau das sein wird (aber möglicherweise hat sie etwas mit Pferden zu tun…).

… mache ich mir Gedanken um die nähere Zukunft.

Die Delta-Variante ist auf dem Vormarsch und gute Konzepte für die Schule in Zeiten der Pandemie sind leider Mangelware – da sollte ich mich seelisch und moralisch schon einmal auf Home Schooling bzw. Wechselunterricht ab Herbst einstellen… Wie wird das werden, mit zwei Grundschülern und einem Baby zu Hause, dazu noch mit meinem LoveLetter-Business, dem ich mich ab September wieder zuwenden möchte?

Ich bin da wirklich überfragt.

Manchmal will in mir die Panik hochsteigen: Wie soll das alles gehen? Werde ich überhaupt schaffen, etwas zu arbeiten, mit meinem Business weiterzukommen? Woher kommt die Zeit, und die Kraft? Ich habe ja jetzt schon das Gefühl, nichts und niemandem gerecht zu werden…

Aber dann denke ich, dass es genug ist, wenn “jeder Tag seine eigene Plage hat” (Matthäus 6,34). Wer weiß, was im September sein wird, im Oktober, im November… Vielleicht kommt doch alles anders.

Und solange bitte ich Gott um Kraft für jeden Tag, immer genug für gerade diesen Moment.

Und ich frage ihn, was dran ist – jetzt und in Zukunft. Er hat mir meine Kinder geschenkt und ich möchte von Herzen für sie da sein. Er hat mir aber auch meine Kreativität geschenkt, mein Business anvertraut und ich glaube, dass er da mit mir noch mehr vorhat. Ich halte ihm unsere Wohnsituation hin, unsere Gesundheit, die Schule. Im Vertrauen darauf, dass er es gut meint und gut macht mit uns, auch und gerade da, wo unsere Kräfte und Fähigkeiten enden.

So oft drehen sich meine Gedanken darum, was ich alles möchte und was ich noch vorhabe – und vergesse dabei, Gott zu fragen, was Er möchte, was Er mit mir, mit uns, vorhat. Ich möchte mich von Ihm leiten lassen, während ich einen Schritt nach dem anderen vorwärts gehe.

Das ist es also, was mich gerade beschäftigt… irgendwie fühlt es sich noch nicht wirklich  nach Sommerferien an. Das wird sich ändern, wenn die großen Kinder wieder zurück sind!

Habt ihr schon Sommerferien? Was beschäftigt euch gerade?

Ich wünsche euch einen entspannten, zuversichtlichen, bunten Sommer! Bis bald 🙂

 

Ein Kommentar

  • Judith

    Liebe Rebekka,
    herzlichen Dank für das Teilhaben lassen an eurem neuen Alltag zu Fünft….
    Ich finde es toll, wie du das alles machst und schaffst! Du bist eine Spitzenmama! Genau so wie du die Sachen machst und bewältigst ist es richtig für deine Kinder und es würde keiner besser machen können als du!
    Wir (in Bayern) haben noch 3 Schulwochen vor uns… Die Kinder sind aber jetzt schon ziemlich ausgelaugt und sehnen sich nach den Ferien! Und ich auch! 🙂
    Ich wünsche dir eine ganz schöne Zeit mit deinen Lieben (wenn du sie dann wieder um dich hast)!
    Liebe Grüße
    Judith

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