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36

Jetzt bin ich 36. Und damit so richtig in der „Lebensmitte“ angekommen. Natürlich weiß ich nicht, wie viel Zeit mir auf dieser Erde noch bleibt, aber statistisch betrachtet habe ich die erste Lebenshälfte demnächst hinter mir. Ich kann nicht anders als fragen, was war und was noch kommen wird – in der zweiten Halbzeit. Was habe ich erreicht, was für ein Mensch bin ich geworden, was habe ich gelernt und erlebt? Und was für eine Frau möchte ich werden, wie möchte ich den Rest meines Lebens gestalten?

In letzter Zeit habe ich manchmal das Gefühl, in einer Art Midlife Crisis zu stecken. Ich stelle vieles in Frage, reibe mich frustriert an dem, was  „schon immer so war“, zweifle und bereue. Es beginnt eine neue Zeit für mich, ein neuer Lebensabschnitt. Ein Umbruch deutet sich an, von dem ich noch überhaupt keine Ahnung habe, was er bringen wird. Ich schlage ein neues Kapitel in meiner Biografie auf, nehme den Stift in die Hand – aber die Worte wollen nicht kommen.

Auch wenn ich von meinem eigenen kleinen Leben wegblicke, bekomme ich den Eindruck, dass eine Epoche zu Ende geht. 36 Grad und es wird noch heißer… lange haben wir vom Klimawandel gesprochen, jetzt ist daraus die Klimakatastrophe geworden, und diese können wir wohl nicht mehr abwenden. Wir sind schon mittendrin. Die fetten Jahre sind vorbei. So wie es war, so wie wir bisher gelebt haben, kann es nicht mehr weitergehen. So schön komfortabel und sicher wie meine erste Lebenshälfte wird die zweite wohl nicht sein… (meine armen Kinder!)

Oder ist es auch ein Stückweit normal, dass die Sorgen mit den Jahren immer größer werden?

Gerade kommt mir ein wenig die Hoffnung abhanden… manchmal…

36.

Jetzt bin ich deutlich näher an der 40 als an der 30. Das ist erst mal ein gewöhnungsbedürftiger Gedanke, denn ab 40 kann ich mich wohl wirklich nicht mehr als „junge“ Frau bezeichnen. Oder? Letztlich ist es ja doch nur eine Zahl, die nicht viel Bedeutung hat. Ich mag die 30er, mochte die 35 und mag auch die 36. Auch wenn ich manchmal staunend und sehnsüchtig auf Anfang Zwanzigjährige schaue – ich möchte nicht mehr 20 sein. Ich bin froh und dankbar über den Weg, den ich zurücklegen durfte, über alles, was ich schon gelernt habe.

Ich bin nicht mehr die, die ich mit 20 war – und doch bin ich immer noch genau dieselbe Person. Nur besser 😉

Es gibt so viele Lügen, die ich nicht mehr glaube.

So viele Ängste, die mich nicht mehr schrecken.

So viele Gedanken, mit denen ich mich nicht mehr abgebe.

Ja, es ist wirklich vieles besser mit 36!

Und gleichzeitig spüre ich an diesem Geburtstag sehr stark, welchen Weg ich noch vor mir habe. Was ich alles nicht weiß, was ich alles noch nicht erreicht habe, wie viele Baustellen es in meinem Leben immer noch gibt. Und ich weiß ganz oft noch nicht, was ich wirklich will. Ich bin unzufrieden, zutiefst frustriert, und finde keinen Ausweg. Ich falle immer noch auf genug Lügen und falsche Versprechungen rein. Ich habe immer noch Angst vor so manchem Papiertiger. Ich habe so vieles noch nicht raus – vor allem nicht dieses Mutter-Ding.

Ja, ich bin immer noch unterwegs.

Immerhin weiß ich inzwischen, dass das normal und sogar gut ist. Solange ich unterwegs bin, lebe ich. Es geht weiter und ich bin dankbar dafür. 36 Jahre wurden mir geschenkt und wer weiß, wie viele es noch werden!

Die 36 wird spannend. Es wird sich einiges ändern. Das macht mir Angst, aber gleichzeitig freue ich mich auch darauf. Es ist an der Zeit, dass sich endlich was ändert! Es ist gut, wenn ich bald erste Schritte auf ganz neuen Wegen wagen kann.

Ja, ich schaue dankbar zurück. Auf 36 Jahre Leben. 18 Jahre davon mit meinem Liebsten, neun als Mama. Es war und es ist ein wunderbares Leben mit großartigen Menschen an meiner Seite. Jeden Tag darf ich mich geliebt wissen, jeden Tag habe ich so viel mehr als ich brauche, jeden Tag wachse ich ein kleines Stück.

Heute ist mein Geburtstag, und da ist es Tradition, den zum neuen Lebensjahr passenden Psalm zu lesen. Diese Worte werden mich durch die nächsten 12 Monate begleiten:

Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!

Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

aus Psalm 36

Und jetzt freue ich mich auf diesen Tag! Ich bin ja so eine richtige Geburtstagsprinzessin, die sich schon wochenlang darauf freut, und die das ganze Programm will (und auch bekommt), mit Kuchen und Geschenken und Blumen und allem! 🙂

Ab heute bin ich also 36, und das ist genau richtig so.

Wie geht es dir mit dem Älter-werden und mit der Lebensmitte? Erzähl doch gerne was dazu in einem Kommentar oder gerne auch per Mail!

Alles Liebe, sei gesegnet!

deine Rebekka

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2 Kommentare

  • Dorothee

    Liebe Rebekka,
    von Herzen wünsche ich dir Gottes Segen und Geleit zum 36. Geburtstag. Ich habe mich schon so oft gefreut an deiner Kunst. Hab ganz herzlichen Dank dafür. Bitte lass mich wissen, wie es bei dir weitergeht. Du schreibst so schön, dass du “immer noch unterwegs bist” – das bin ich auch; aber anders. Neu ist der Oma-Tag in Stuttgart. Hin und wieder ein schöner Ausflug. Ich geniesse es für Gäste dazusein. Kann mir nun Dinge aussuchen, die Sinn machen und die mich erfüllen, das hat früher nicht immer geklappt. Was mir was gibt, ist Biogetreide zu mahlen und Brot zu backen und auch eines zu verschenken. Ein Sohn hat demnächst Hochzeit, da habe ich mir ein Etui-Kleid aus “altem”, handgewobenem Leinenstoff nähen lassen.
    Ich bin gespannt, welche Wege sich vor dir auftun und wünsche von Herzen, dass du sie mit der Familienarbeit in Einklang bringen kannst.
    Herzliche Grüße
    Dorothee

    • rebekkasloveletter

      Liebe Dorothee, hab vielen Dank für deine lieben Worte und die guten Wünsche! Ja, ich bin sehr gespannt, was die nächsten Monate bringen werden – und ich werde euch sicher daran teilhaben lassen! Es ist schön, dass jede Phase auch immer wieder neue Chancen, Möglichkeiten und Freiheiten mit sich bringt 🙂 Alles Gute auch dir für deine neuen Wege! Alles Liebe, Rebekka

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