Mein Schweden-Album 2026
Jetzt hat es uns wohl auch erwischt: Nach unserem zweiwöchigen Schweden-Urlaub diagnostiziere ich bei uns allen ein mildes bis mittelstark ausgeprägtes Bullerbü-Syndrom. Typisch für dieses von Berthold Franke beschriebene Phänomen ist die Verklärung und Reduzierung der schwedischen Kultur auf rote Holzhäuser-Romantik, unberührte Natur, Unbeschwertheit des Sommers und allzeit glücklich-entspannte Menschen. Und ja, genauso haben wir dieses Land erlebt!
Natürlich kennen wir Schweden nur aus unserer Großstadt-geplagten Sommertouristenperspektive und haben keine Ahnung von den Herausforderungen, mit denen die Einwohnerinnen und Einwohner in ihrem Alltag so konfrontiert sind – das ist ja logisch. Wahrscheinlich haben wir gerade deshalb die gemütliche Entspanntheit, die wunderbar saftig-grüne Natur und das Losgelöstsein aus unseren eigenen Alltagssorgen so genossen. Schweden hat uns gut getan, uns entschleunigt und uns einen quasi Abenteuer-freien Urlaub beschwert (damit standen diese zwei Wochen im scharfen Kontrast zu unserer Montenegro-Reise im letzten Jahr)!
Da dieser Blog kein Reiseblog ist (und auch keinen Anspruch hat, jemals einer zu werden!), beschreibe und zeige ich einfach nur ein paar Highlights, die wir in Schweden erlebt haben. Der Fokus liegt auf bildlichen Eindrücken, ein paar Infos und Tipps streue ich dazwischen aber ein 🙂
Viel Spaß beim Durchblättern scrollen meines Schweden-Albums!
Urlaub wie in Lönneberga
Da wir – wie immer – mit einem Mietwagen unterwegs waren, blieb uns die praktische Abkürzung mit Hilfe einer Fähre leider verwehrt und wir mussten die ganze Strecke von Berlin aus mit dem Auto fahren. Auf dem Hinweg machten wir einen Übernachtungsstopp in Dänemark. Am nächsten Morgen ging es dann über die Öresundbrücke rüber nach Schweden und die Ostküste hoch bis zu unserem ersten Ferienhaus in der Nähe von Oskarshamn (Provinz Kalmar Iän, historisch Småland).
Als wir ankamen, regnete es – das störte uns aber nicht weiter, denn wir waren darauf eingestellt 🙂 Juli und August sind die regenreichsten Monate in Schweden, und so haben wir neben Gummistiefeln und Regenkleidung auch viele Gesellschaftsspiele, Bücher, Malutensilien und Papier eingepackt. Letztlich haben wir gar nicht so viel davon Gebrauch machen müssen, da es abgesehen von den ersten Tagen nur noch nachts Regen gab und wir uns tagsüber fast immer draußen aufhielten.
Unser schnuckeliges (und natürlich rotgestrichenes) Ferienhaus war Teil eines historischen Bauerngehöfts mit mehreren Gebäuden – im Haupthaus wohnten unsere Vermieter, die sehr nett waren und uns immer wieder gute Tipps gaben. Zum Bauernhof gehörten einige Schafe sowie zwei Ponys (ein Glück für unsere große Tochter!), außerdem gab es ein großes Trampolin und eine Rasenfläche mit zwei Fußballtoren (ein Glück für unsere Söhne!). Wenn wir nicht gerade einen Ausflug machten, waren die Kinder die ganze Zeit draußen und spielten – das war wunderbar erholsam!
Ich war einfach nur hin und weg von der malerischen Umgebung, die genauso aussah, wie ich sie mir – den zahlreichen Astrid Lindgren-Verfilmungen sei Dank – immer vorgestellt hatte. Immer wieder hatte ich das Gefühl, in Lönneberga oder auf Bullerbü zu sein: die grüne Landschaft mit vielen kleinen Seen, die roten Holzhäuser, die Zäune, der tiefblaue Himmel… Absolut traumhaft.
Schären-Glück
Einer unserer ersten Ausflüge führte uns zu den Schären bei Oskarshamn, genauer gesagt nach Kvarnviken, wo wir unser Auto abstellten und nach einer kleinen Wanderung durch den Wald einen wunderschönen Blick aufs Meer genossen. Darauf hatte ich mich bei der Urlaubsplanung am meisten gefreut, und die Schären waren wirklich genauso schön, wie ich sie mir erhofft hatte.
Unser zweiter Schären-Ausflug führte uns zum Dragskärs Badplats. Es war ein bisschen kühl an dem Tag, wir hatten uns aber trotzdem in den Kopf gesetzt, schwimmen zu gehen. An der (mit Toiletten und Umkleidekabine ausgestatteten) Badestelle angekommen, schreckten uns die mit glitschigen Algen bedeckten Steine sowie die niedrige Wassertemperatur zuerst ab – dann wateten wir aber doch gemeinsam durch das oberschenkeltiefe Wasser bis zu einer kleinen vorgelagerten Insel. Das war aufgrund der Algen und Steine gar nicht so einfach, wir schafften es aber ohne Verletzungen. Dann kletterten noch eine Weile auf der Insel herum und kehrten wieder zur Badestelle zurück. Es war windig geworden und noch kälter als bei unserer Ankunft. In der einsetzenden Dämmerung war es aber umso leichter, stimmungsvolle Fotos zu machen 🙂
Döderhultarn und Shalom in Oskarshamn
Von einer schwedischen Stadt namens Oskarshamn hatten wir vorher noch nie gehört – nach mehreren Besuchen dort gewannen wir den sympathisch-entspannten Ort aber sehr lieb.
Eine in der Gegend recht bekannte Persönlichkeit ist der Holzschnitzkünstler Axel Petersson alias Döderhultarn (1868 – 1925). Von unserem Vermieter hatten wir erfahren, dass Döderhultarn auf genau “unserem” Hof geboren worden war und in der Stadt eine Werkstadt unterhalten hatte. Diese wollten wir uns unbedingt anschauen. Das Atelje selbst fanden wir schnell und wurden von einem netten älteren Ehepaar durch die Räume geführt. Da wir nur 20 Kronen in bar bei uns hatten, erließ uns die freundliche Dame den restlichen Eintrittspreis – es ist eben doch nicht möglich, überall in Schweden per Karte zu zahlen, ups!
Obwohl für die Kinder der Besuch in der Werkstadt nicht so wahnsinnig spannend war, hat mich der Einblick in das Leben und Denken des Künstlers sehr bewegt. Mitten in seiner Werkstatt stand noch der Sessel, in dem er immer gesessen und geschnitzt hatte – und in dem er auch gestorben war. Eine handgeschriebenen Notiz an der Wand lautete: “Ich werde niemals heiraten.”, und an die Tür hatte der Künstler, welcher unter extremer Angst vor Gewittern litt, eine Art Gottes-Beschwörung mit Kreide gekritzelt. Döderhultarn hatte Zeit seines Lebens mit stark depressiven Phasen zu kämpfen, in denen er monatelang nicht arbeiten konnte. Um sich selbst davon zu befreien, experimentierte er mit elektrischen Schlägen, die er sich mit Hilfe einer selbstkonstruierten Box selbst zufügte – ohne Erfolg.
Von den ausdrucksstarken Skulpturen, die er geschnitzt hatte, gab es im Atelje nur wenige zu sehen – diese schauten wir uns einige Tage später im Döderhultarmuseet an. Darauf hatten die drei jüngeren Familienmitglieder zwar zunächst gar keine Lust, am Ende lohnte sich der Eintritt aber für uns alle. Abgesehen von zahlreichen wirklich sehr beeindruckenden Figuren aus Holz, welche das Leben (und Sterben) im Småland seiner Zeit eindrücklich zeigen, gibt es in dem Museum auch kreative interaktive Spiele, mit welchen unsere Kinder sich ausdauernd beschäftigten.
Nach dem erfolgreichen Museumsbesuch ließen wir uns noch ein bisschen durch das Städtchen treiben. Besonders aufgefallen sind uns mehrere große Kunstwerke an Hausfassaden – diese findet man in der ganzen Stadt und es macht richtig Spaß, sie anzuschauen.
Mein Mann und ich wollten auch noch die Pride kyrka von innen ansehen – die Kinder chillten lieber draußen auf einer Parkbank und beobachteten den Rasenmähroboter, der stoisch seine Bahnen fuhr. Anschließend folgten wir dem Tipp der älteren Dame in Döderhultarns Atelje und kehrten im Café Shalom ein. Dieses urgemütliche Café mit Möbeln wie zu Urgroßmutters Zeiten wird wohl von der Pfingstgemeinde des Ortes geführt, jedenfalls stehen auf den Tischen kleine Kärtchen mit Bibelversen und auch auf den Tabletts, mit denen man Kaffee und Kuchen zu seinem Platz balanciert, ist ein Bibelvers abgedruckt. Wir fühlten uns also gleich wie zu Hause 🙂
Streifzüge durch schwedische Wälder
Eine unserer Hauptaktivitäten im Urlaub war das Spazieren und Wandern durch Schwedens wunderschöne Mischwälder. Leider habe ich wenig bis keine Ahnung von all den Bäumen und anderen Pflanzen, denen wir unterwegs begegneten – ich habe aber sämtliche Arten von Farnen und Moosen, Blumen, Sträuchern, Birken, Buchen und Nadelbäumen bewundert und unzählige Fotos gemacht.
An unserem ersten Ferienhaus führte direkt ein offizieller Wanderweg vorbei, dem wir natürlich sofort folgten. Dass der Weg so gut ausgebaut war, hatte leider ein wenig den Nachteil, dass er für die Kinder nicht ganz so spannend war und es schnell Erschöpfungserscheinungen gab, von denen niemals die Rede ist, wenn es wild über Stock, Stein und Wurzeln geht. Glücklicherweise konnten die älteren Geschwister ihren kleinen Bruder trotzdem immer wieder zum Weitergehen motivieren (unter anderem mit dem Legen von “Wegzeichen”, wie sie es bei den Pfadfindern gelernt haben), und so kamen wir am Ende des Rundwegs alle fröhlich zu Hause an.
Eine zweite tolle Wanderung in der Region Oskarshamn, welche laut Wander-App besonders für “kleine Kinder und lauffaule Teenager” geeignet sein sollte, führte uns in einer Rundschleife um die kleine Insel Uvö herum.
Unterwegs fing es ein bisschen an zu regnen, das störte uns aber nicht weiter, da wir zwischendurch leckere Blaubeeren fanden und der Wanderweg so abwechslungsreich war (in diesem Fall wirklich die meiste Zeit über Stock und Stein!). Die Kinder liefen voraus und hinterließen uns entweder Wegzeichen oder zusätzliche Hindernisse, über die wir klettern sollten – wir Eltern trotteten hinterher und freuten uns an der Stille des Waldes. Das war richtig schön 🙂
Und auch als wir in der zweiten Urlaubswoche bei unserem zweiten Ferienhaus an der Westküste ankamen (in der Nähe von Varberg, Provinz Hallands Iän), führte uns die erste Erkundungstour direkt wieder in den Wald – dieses Mal in einen geschützten Buchenwald im Gebiet Åkulla Bokskogar. Die Gegend ist wunderschön, gesprenkelt mit lauter Seen, Feldern und Aussichtspunkten. Es gibt verschiedene Wanderrouten, aus denen man wählen kann; die Ausschilderung ist nicht ganz zuverlässig, aber wir haben immer wieder unseren Weg gefunden.
Interessant war der kurze Abstecher zum Bockstens mosse, wo in den 1930er Jahren der Bockstensmannen, eine Moorleiche aus dem 14. Jahrhundert, von zwei Kindern gefunden worden war. Wir lasen uns die Infotafeln durch und besichtigten die markierte Fundstelle – schon ein bisschen gruselig.
Zu Gast bei Astrid Lindgren
Vimmerby, die Geburtsstadt Astrid Lindgrens, liegt nur etwa eine Stunde von Oskarshamn entfernt, sodass sich ein Besuch in der Astrid Lindgrens Värld natürlich geradezu aufdrängte! Der stolze Eintrittspreis von ca. 240 Euro für unsere fünfköpfige Familie schreckte uns zunächst ein bisschen ab – am Ende entschieden wir dann aber, diese einmalige Gelegenheit zu nutzen. Schließlich weiß man nie, wann und ob man jemals wieder in die Nähe des Themenparks kommt, und später werden mindestens die beiden älteren Kinder gar kein Interesse mehr daran haben. Deshalb ergriffen wir die Chance, zahlten etwas zähneknirschend den Eintritt und genossen dann unseren Tag!
Kaum hatten wir die Kassen passiert, tauchten wir auch schon ein in Astrid Lindgrens kunterbunte Kinderwelt und fanden uns direkt in der Krachmacherstraße bei Lotta wieder! Lange hielten wir uns aber nicht auf, denn wir wollten unsere erste Theatervorstellung von Michel aus Lönneberga nicht verpassen!
In der Astrid Lindgren-Welt wurden verschiedene Schauplätze ihrer Bücher mit viel Liebe zum Detail nachgebaut, sodass wir sowohl die Villa Kunterbunt, als auch Birkenlund, die Mattisburg sowie Katthult “wie in echt” betreten und erkunden konnten. Mehrmals am Tag verwandeln sich die Gebäude zu Theaterbühnen, auf denen die bekanntesten Szenen aus den Geschichten von Schauspieler:innen nachgespielt werden. Die Stücke werden zwar alle auf Schwedisch aufgeführt, das macht aber nichts, da Kinder und Eltern die Handlung ohnehin auswendig kennen 🙂 Wir haben mehrere Aufführungen besucht und hatten sehr großen Spaß daran – tolle Musik gibt es auch und es wird sehr viel gelacht. Die Schauspielerinnen und Schauspieler halten sich übrigens den ganzen Tag über im Park auf und können angesprochen werden. Da trifft man dann eben mal die Prüsselise mit den Polizisten Kling und Klang beim Bäcker 🙂
Viel Platz zum Spielen und Entdecken gibt es natürlich auch im Park, sowie mindestens einen Grillplatz, an dem man sein mitgebrachtes Grillgut einfach auf den Rost schmeißen darf (solche öffentlichen Grillplätze gibt es überall in Schweden, und sie werden gerne genutzt). Restaurants gibt es zwar auch, ebenso wie zahlreiche Souvenir- und andere Läden, wir hatten aber mit dem Eintritt genug Geld ausgegeben und verpflegten uns während des Tages selbst.
Schwedische Gemütlichkeit
Obwohl wir jeden Tag etwas unternommen haben und viel unterwegs waren, verbrachten wir auch viel Zeit zu Hause in unseren Ferienhäusern. Die Kinder spielten draußen, mein Mann und ich lasen oder hielten Mittagsschläfchen, ich habe gemalt, Zimtschnecken gebacken oder in mein Tagebuch geschrieben. Das tat uns allen unheimlich gut!
Und auch wenn wir nicht viel Ahnung von schwedischer Alltagsphilosophie haben, konnten wir doch mindestens zwei Elemente beobachten: Erstens die Fika, die schwedische Kaffeepause mit süßem Gebäck. Aus Deutschland kennen wir das ja auch irgendwie, aber so als festes tägliches Ritual mit klangvollem Namen gefiel es uns noch viel besser. Und so kam es, dass wir zwar so gut wie jeden Tag zu Hause gekocht haben, aber doch einige Male nachmittags in einem kleinen Café einkehrten und uns eine Fika gönnten.
Und zweitens haben wir beobachtet, dass “die Schweden” anscheinend gerne draußen essen, sofern es das Wetter auch nur annähernd zulässt. Jedes Haus verfügt über (mindestens) eine Terrasse und gerne auch mehrere auf dem Grundstück verteilte Sitzgruppen, sodass zu jeder Tageszeit die Sonne genossen werden kann. Insgesamt ist man in Schweden gerne so viel wie möglich draußen – das nennt sich Friluftsliv, Leben an der freien Luft. Auch das hat uns gefallen und wir haben es uns gerne zu eigen gemacht 🙂
Da Lebensmittel in Schweden für deutsche Verhältnisse recht teuer sind, haben wir uns das Auto mit drei Kisten voll Milch, Nudeln, Kartoffeln, Gewürzen, Dosentomaten, Hülsenfrüchten, Reis, Aufbackbrötchen, Müsli, Snacks und so weiter vollgepackt. Das hat uns eine Menge Geld gespart, da wir “nur noch” frische Sachen einkaufen mussten.
Das Highlight im Supermarkt war aber natürlich nicht die Obst- und Gemüseabteilung, sondern die riesige Auswahl an Süßigkeiten, die man selbst zu bunt gemischten Tüten zusammenstellen kann. So etwas gibt es in Deutschland nicht wirklich, deshalb verbrachten die Kinder immer eine Weile damit, sich kleine Tüten zu füllen (und wir Erwachsenen gingen natürlich auch nicht leer aus).
Wie auch im letzten Urlaub bestand unser Abendritual darin, dass jede und jeder für sich ins Reisetagebuch schrieb, was wir am Tag erlebt hatten. Zwischendurch gab es kleinere Motivationshänger, aber wir haben durchgezogen, und uns spätestens beim anschließenden Vorlesen köstlich amüsiert! Es ist wirklich interessant, wie sich die Persönlichkeit schon im Verfassen kleiner Texte zeigt, wie unterschiedlich wir Ereignisse wahrnehmen und gewichten, und was wir überhaupt jeweils für erwähnenswert halten – und was nicht.
Vorgelesen wurden aber nicht nur die Reisetagebucheinträge sondern auch unsere aktuelle Abendlektüre: Der Herr der Ringe, genauer gesagt Teil 1: Die Gefährten. Bis die Geschichte in Fahrt kommt, dauert es ein bisschen, deshalb habe ich einzelne Passagen übersprungen, aber inzwischen macht es wirklich Spaß und wir tauchen mehr und mehr in das Universum Mittelerdes ein.
Kunst und Co. in Göteborg
Damit auch wirklich alle auf ihre Kosten kommen, ist es manchmal sinnvoll, sich aufzuteilen. An einem Tag taten wir also genau das: Mein Mann fuhr mit den beiden Jungs zum Aeroseum in Göteborg (ein unterirdisches Flugzeugmuseum), während meine Tochter und ich uns stattdessen Gemälde und Skulpturen in Göteborgs Konstmuseum anschauten. Win-win!
Die Ausstellung des Museums ist sehr vielfältig, wobei der Schwerpunkt natürlich auf der Kunst des Nordens liegt. Einige Picassos und einen van Gogh konnten wir ebenfalls bewundern – enttäuscht war ich nur, dass kein einziges Werk der schwedischen Künstlerin Hilma af Klint im Museum zu finden ist! Dafür entdeckten wir zahlreiche Bildern mit Pferde-Motiven (ein Pluspunkt für meine Tochter) 🙂
Nach einem super leckeren Sandwich im Museumscafé und ein bisschen Stöbern im Museumsshop schlenderten wir noch ein bisschen durch Göteborg. Die Stadt ist unheimlich schön, grün, sauber und entspannt! Für uns als Berlinerinnen war das eine wahre Wohltat; wir fragten uns aber gleichzeitig, warum wir das in unserer Stadt nicht besser hinbekommen…
Am See – fast ganz ohne Mücken!
Schweden ist das Land der Seen – und der Mücken, wenn man manchen Schilderungen und Warnungen Glauben schenken möchte. Ich war tatsächlich etwas besorgt deswegen, besonders weil unser kleiner Sohn sehr empfindlich auf Mückenstiche reagiert. Unsere Erfahrungen während der zwei Wochen war aber – glücklicherweise – eine andere: Mit Mücken hatten wir quasi gar nichts zu tun! Und das, obwohl es immer wieder regnete und wir uns oft in unmittelbarer Nähe von Seen aufhielten. Auch in dieser Hinsicht hatten wir also einen entspannten Urlaub und konnten die wunderbare Seenlandschaft ohne Einschränkung genießen.
Unser zweites Ferienhaus lag nur wenige Gehminuten vom Yasjön-See entfernt. An einem Morgen gingen mein mittlerer Sohn und ich noch vor dem Frühstück eine Runde schwimmen – das war kalt, aber noch auszuhalten. Nur besonders sauber war das Wasser nicht; jedenfalls waren wir nach dem Schwimmen von einer gelblich-braunen Dreckschicht überzogen…
Das Highlight des Yasjön ist das handgezogene Fährfloß, mit dem man zur Insel in der Mitte des Sees hinüberfahren kann. Die Kurbel lässt sich von zwei Personen recht einfach bedienen, ein Kraftakt ist es aber trotzdem, und es macht sehr viel Spaß!
Zur Feier des 13. Geburtstags unserer Tochter kletterte das Thermometer auf unglaubliche 30 °C und bescherte ihr den erwünschten Badetag am See. Dazu fuhren wir ein Stück weiter zum Skällingesjö – dem wahrscheinlich besten Badesee der Gegend mit Steg, abgetrenntem Nichtschwimmerbereich, Sprungturm, Grillplatz und sanitären Anlagen.
Die Wassertemperatur kostete zuerst ein bisschen Überwindung, nach ein paar Minuten war es aber einfach nur angenehm. Ich persönlich finde das Schwimmen im See sowieso mit Abstand am Besten: das Wasser ist klar und kühl (und nicht salzig), es gibt viel Platz und wenig Getummel, über mir spannt sich der Himmel weit, ringsum grünen Bäume… Es gibt kaum etwas Schöneres. Wir hatten eine richtig schöne Zeit!
Varberg – Meer, Festung und Kaltbadehaus
Auch wenn mir Varberg nicht ganz so gut gefallen hat wie das beschauliche Oskarshamn, war doch der Besuch der Festung und des historischen Kaltbadehauses ein echtes Highlight!
Für den Besuch des Museums (wo wir den Bockstensmannen in seiner ganzen Pracht hätten bewundern können) kamen wir leider zu spät – um 17 Uhr war es schon geschlossen. Wir haben öfters festgestellt, dass es in Schweden sinnvoll ist, die Öffnungszeiten von Museen, Cafés etc. vorher zu checken, denn sie sind meist kürzer als wir es aus Deutschland bzw. Berlin gewohnt sind. Das ist nicht schlimm, nur etwas, das man beachten sollte.
Die Festung selbst konnten wir auch so erkunden, ganz viel klettern und die Aussicht über das Meer und die Stadt genießen.
Das Kaltbadehaus mit seiner markanten Architektur (im maurischen Stil) ist ein wahrer Hingucker und erinnerte mich an die wunderschönen Seebrücken auf Usedom.
Nach zwei Wochen ungetrübter Schweden-Idylle hieß es für uns leider wieder Abschied nehmen – schade! Wir hätten es gut noch länger aushalten können… Urlaub gelungen, würde ich sagen 🙂
Wir haben sehr viel erleben und genießen dürfen, dafür sind wir von Herzen dankbar. Die Akkus sind geladen für den Alltag. Diese Woche hat die Schule wieder begonnen – nur nicht für mich. Ein bisschen komisch ist das schon, aber auch befreiend.
Jetzt steht erst einmal mein 40. Geburtstag an, den ich groß feiern möchte. Langweilig wird es also nicht.
Schön, dass du bis hierher dabei geblieben bist 🙂
Wenn du auch schon mal in Schweden warst, lass gerne einen Kommentar da – oder auch wenn du einen Tipp hast, wohin wir nächstes Jahr reisen sollten (bisher haben wir noch keine Pläne…).
Liebe Grüße und eine gesegnete Restwoche, bis bald
deine Rebekka
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