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Die Ritter der Tafelrunde – Ideen für einen mittelalterlichen Kindergeburtstag {+ Freebies}

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Kaum ist die Weihnachtszeit vorbei, klopft bei uns schon das nächste Highlight an die Tür: Unser großer Sohn feiert im Januar seinen Geburtstag – dieses Jahr schon den achten (!) und dieses wunderbare Ereignis begingen wir letztes Wochenende mit einem Ritter-Geburtstag.

Dazu haben mein Mann und ich uns wieder einiges überlegt, was ich hier gerne mit euch teilen möchte. Ich habe immer wieder das Feedback bekommen, dass ihr unsere Ideen gern aufgreift, und tatsächlich sind die Blogposts zu unseren Kindergeburtstagen die am deutlich häufigsten aufgerufenen (dabei bin ich wirklich keine klassische Mama- oder Familien-Bloggerin). Also wird auch der Ritter-Geburtstag natürlich verbloggt, und zwei Freebies habe ich auch noch für euch.

Noch mehr Ideen findet ihr auf meiner entsprechenden Pinterest-Pinnwand – zum Ritter-Thema gibt es wirklich unfassbar viel, das man machen kann! Ich finde es immer schön, mich inspirieren zu lassen und Gedankenanstöße zu bekommen – daraus entsteht dann oft etwas ganz eigenes; eben genau das, was zu uns als Familie passt.

Genau das wünsche ich mir auch für diesen Blogpost: Dass du für dich ein paar Ideen und Gedankenanstöße mitnehmen kannst, um dann getrost sein zu lassen, was dich stresst oder dir Druck bereitet, und aus dem, was dir gefällt, etwas dir eigenes zu schaffen. Viel Spaß beim Lesen und Feiern 🙂

Die Ladung zum Feste

Die Einladung musste natürlich standesgemäß formuliert und überbracht werden: So haben wir im Internet nach “mittelalterlichen” Vorlagen für einen Einladungstext gesucht und uns daraus etwas Passendes zusammengeschrieben. Um nicht alles von Hand selbst schreiben zu müssen, habe ich mir hier eine mittelalterliche Schriftart heruntergeladen (mir persönlich gefiel Bridgnorth am Besten, aber die Auswahl ist super!) und einen selbst gemalten Aquarell-Hintergrund unter den Text gelegt. Das Ritter-Briefpapier könnt ihr euch gerne weiter unten herunterladen und für eure eigenen Einladungen nutzen.

Nachdem die Einladungstexte ausgedruckt waren, haben wir die weißen Ränder rundum abgeschnitten und die Briefe mit Garn und Siegelwachs versiegelt.

Toll war, dass einer der geladenen Junker sogar mit einem versiegelten Brief auf die Einladung antwortete 🙂

DIY: Schilde bauen für die edlen Recken

Am Ende des Ritter-Festes sollte jeder Knappe feierlich zum Ritter geschlagen werden und seinen eigenen Schild mit Wappen überreicht bekommen. Dazu überlegten wir uns für jeden Jungen einen möglichst passenden ritterlichen Namen in Kombination mit einem Tier (z.B. “von den Dracheninseln”, “von der Wolfshöhe” oder “von Eberstein”).

Die Schilde bastelte ich ganz einfach selbst. Dazu besorgten wir uns im Supermarkt kostenlos große, feste Kartons (z.B. von Windeln). Außerdem brauchte ich Panzertape, guten Flüssigkleber, Cutter-Messer (und Unterlage), Schere, Bleistift und Lineal.

Zunächst zeichnete ich die Form eines Schildes (da gibt es verschiedene Formen und auch Vorlagen online) auf einen Karton vor und schnitt ihn aus. Unsere Schilde hatten am Ende alle ungefähr ein Maß von 30x40cm; das ist vollkommen ausreichend.

Um den Schild noch stabiler zu machen, schnitt ich aus einer zweiten Pappe noch einen zweiten, gleichgroßen Schild aus.

Für den Griff werden nun in einen der beiden Schilde zwei Schlitze geschnitten, mit einem Abstand von ca. 10cm. Um zu ermitteln, wie hoch die Schlitze sein müssen, habe ich die Breite meines Panzertapes ausgemessen und noch ein paar Millimeter dazugegeben (in meinem Fall waren es dann 6cm). Mit Hilfe des Cuttermessers geht das Schneiden ganz gut.

Den Griff des Schildes basteln wir aus Panzertape: Dazu habe ich ein längeres Stück abgerissen und mit der Klebeseite nach oben auf den Schild gelegt. Nun wird ein zweites, kürzeres Stück Panzertape mit der Klebeseite nach unten möglichst mittig und exakt darauf geklebt. Das zweite Stück Tape ist nur etwas länger als der Abstand der beiden Schlitze. Auf dem Foto ist es gut zu erkennen, wie ich vorgegangen bin:

Die zusammengeklebten Panzertapestreifen werden jetzt jeweils durch die Schlitze gesteckt und auf der Rückseite festgeklebt. So entsteht ein Griff, der sehr stabil ist und gut zu halten ist. Auf dem zweiten Foto siehst du, wie es auf der Rückseite des Schildes aussieht:

Zum Schluss werden beide Schilde mit einem guten Flüssigkleber zusammengeklebt. Der Griff ist nun sicher befestigt und der Schild ziemlich stabil.

Da der Karton, aus dem ich die zwei gelben Schilde geschnitten habe, sehr dick und fest war, habe ich hier darauf verzichtet, zwei Schilde aufeinander zu kleben und den Griff nur mit Panzertape daraufgeklebt. Dies hat sich allerdings als nicht sehr haltbar erwiesen – da ist die andere Technik definitiv besser.

Die Vorderseiten der Schilde wurden zuletzt natürlich noch mit den Wappentieren bemalt. Für die Grundierung habe ich Acrylfarbe verwendet, die Tiere dann jedoch auf Tonkarton aufgezeichnet, ausgeschnitten und aufgeklebt.

Die Gestaltung der Schilde können die Kinder natürlich auch selbst übernehmen, wenn ihnen verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt werden! Das ergibt dann einen schönen, kreativen (und eher ruhigen) Programmpunkt.

Willkommen im Rittersaal

Die Deko macht mir ja bei unseren Kindergeburtstagen immer am meisten Spaß! 🙂 Und das Mittelalter bzw. das Leben auf der mittelalterlichen Burg bietet da auch sehr viel Inspiration und Möglichkeiten.

Unser Essbereich wurde für die Geburtstagsfeier zum “Rittersaal” im Palas, wo die Ritter Gäste empfingen, sich zu Festen versammelten, aßen und tranken und Musik spielten. Für das Mittelalter-Feeling sorgten ausgedruckte und gerahmte Kunstwerke der Epoche (online ganz einfach zu finden) sowie ein Deko-Wappen und unsere Fußabdruck-Hirsche als Jagd-Trophäen.

Ich bastelte außerdem eine Wappen-Girlande aus buntem Tonpapier und zeichnete mit einem Kreidemarker eine Burg ans Fenster. Auch unser Familienwappen, das wir letztes Jahr gemeinsam gestaltet haben, durfte zu diesem Anlass nicht fehlen!

Da wir (leider) keinen alten, dunklen Holztisch mit viel Charakter im Essbereich stehen haben, nutzte ich wiedermal braunes Packpapier als Tischdecke und zeichnete “Bretter” mit Holzmaserung darauf. Ritter-Servietten, Kerzen und ein paar Spielzeug-Ritterfiguren rundeten das Ganze ab.

Die Trinkgläser habe ich übrigens alle mit Weinmarkern beschriftet, sodass es nicht zu Verwechslungen kam 🙂

Die ritterliche Tafel

Wenn man bei Pinterest nach Ideen für einen Ritter-Geburtstag sucht, findet man als Erstes lauter Ritterburg-Torten. Da gibt es richtig geniale Bauwerke, aber auch simple Kuchenburgen, die trotzdem richtig was hermachen!

Ich habe mich für zwei verschiedene Varianten entschieden: Für eine quadratische Burg mit vier Türmen und für einen “Raubritter-Turm” auf einem Berg.

Der “Raubritter-Turm” besteht einfach nur aus einem Guglhupf (können wir bitte kurz würdigen, wie perfekt sich der Zitronenkuchen aus der Form lösen ließ? Er bleibt mir sonst immer teilweise darin hängen…) mit grau gefärbtem Zuckerguss und ein paar Streuseln sowie einem Papp-Turm in der Mitte. Ich lieb’s!

Für die quadratische Burg habe ich zwei fertige Kastenkuchen mit Schokoguss gekauft und diese längs halbiert. Oben drauf wurden als Zinnen vier Kinderriegel mit etwas flüssiger Kuvertüre festgeklebt, ebenso zwei Stück Schokolade als Tore. Dünne Gebäckstangen dienten als Zugbrücke, aufeinander gestapelte Oreo-Kekse als Türme. Auf die Türme kamen blaue und rote Fahnen, und in den Burghof streute ich noch einen Streusel-Mix – fertig!

Zusätzlich zum Kuchen stellte ich die restlichen Gebäckstangen und zwei Schalen mit Obst auf den Tisch, von dem auch gerne genascht wurde.

Zum Trinken boten wir natürlich Wasser, Wein und Bier an, wobei der Wein aus mit Wasser gemischtem Traubensaft bestand und das Bier in Wirklichkeit Fassbrause war 🙂 Bei Claudia von Wasfürmich habe ich mal gesehen, dass sie die Getränke-Etiketten passend zu den Kindergeburtstagen gestaltet, und diese Idee dankbar übernommen:

Als die Gäste eintrudelten, zündeten wir die Kerzen an und spielten mittelalterliche Marktmusik (die findet man auch online) – für ein ganz authentisches Erlebnis 🙂

Vom Knappe zum Ritter

Wie es bei unseren Kindergeburtstagen so üblich ist, müssen die Kinder zunächst eine Art Ausbildung absolvieren, bevor sie dann ihr Können in einer Schatzsuche oder ähnlichem unter Beweis stellen.

Unsere sechs Knappen wurden also zunächst in den Rittertugenden geschult. Dazu haben wir uns ein paar simple Spiele überlegt:

  • Gelehrsamkeit: Ein Ritter-Quiz mit 10 Fragen zum Ankreuzen. Die Fragen haben wir zum Großteil von hier übernommen. Ausgedruckt wurde das Quiz Die Schule der ritterlichen Gelehrsamkeit ebenso wie die Einladungen auf meinem hellbraunen Aquarellhintergrund; geschrieben wurde stilecht mit angespitzten Federn und Tinte.
  • Tapferkeit und Ehre: Die Knappen kämpften mit zu Schwertern geformten Luftballons gegeneinander.
  • Minne: Die Knappen “übersetzten” ein einfaches Liebesgedicht ins Mittelhochdeutsche. Dafür bekamen sie ein paar Übersetzungshilfen an die Hand (ei → î, u → uo etc.).
  • Frömmigkeit: Die Reise bzw. Wallfahrt nach Jerusalem – ein klassisches Kinderspiel ritterlich umgedeutet.

Das Schreiben mit Feder und Tinte war zwar mühsam, aber auch ein echtes Highlight!

Die Rettung des entführten Burgfräuleins

Während die Knappen noch mit ihrer Wallfahrt nach Jerusalem beschäftigt waren, verschwand plötzlich unser junges Burgfräulein – nur ihr blumiger Haarkranz lag noch einsam in der Halle…

Schnell war klar, dass ein Drache das Burgfräulein entführt hatte und dass die fast fertig ausgebildeten Knappen sie befreien mussten. Leider spielte das Wetter überhaupt nicht mit – es war kalt und windig und schneeregnete die ganze Zeit, aber die Jungs nahmen die Herausforderung an und gingen vollkommen in ihrer Rolle auf, ohne sich über die Widrigkeiten zu beschweren.

Während das Burgfräulein (aka unsere große Tochter in Begleitung unserer lieben Nachbarinnen) sich in Gewahrsam des Drachens (aka einer drachenförmigen Piñata) auf der Burg (eines Spielplatzes in der Nähe) befand, begegneten die Knappen einigen zwielichtigen Gestalten, die ihnen Informationen zum Verbleib des entführten Mädchens anboten:

  1. Heiko, der böse Bruder des Burgherren, der mit ihnen mit Karten um ihre Seele und einen ersten Hinweis spielte.
  2. Die mürrische Hexe, die ihnen Rätselworte stellte und ihnen schließlich nicht nur einen Unverwundbarkeitstrank mitgab, sondern ihnen auch den Weg zu einem alten Ritter wies.
  3. Der alte Ritter, der mit ihnen trainierte, wie man einen Drachen tötet (dazu mussten die Jungs sich gegenseitig Huckepack nehmen und mit einer Lanze durch einen Pappring stechen) und mit ihnen gemeinsam mit Pfeil und Bogen den Vogel (ein Kuscheltier im Baum) herunterschoss, der einen letzten verzweifelten Gruß des Burgfräuleins überbrachte.

Als die Knappen an der Burg ankamen, wurde der Drache erfolgreich erlegt – beziehungsweise die Piñata zerkloppt und die Beute verteilt… Ich war sehr froh, dass wir diese Aktion dieses Mal nicht in unserem Wohnzimmer durchführen mussten 😉

Der Ritterschlag

Zurück im warmen Rittersaal wurden die jungen Knappen feierlich zu Rittern geschlagen. Der Raum war dabei nur von Kerzen erleuchtet und im Hintergrund spielte wieder die mittelalterliche Marktmusik. Der Burgherr schlug die Knappen mit seinem selbstgebastelten Schwert aus Klopapierrollen und Panzertape zu Rittern und gab ihnen ein paar weise Worte mit auf den Weg.

Anschließend wurde jedem von ihnen sein Schild und eine Urkunde überreicht. Den Text für die Ritter-Urkunde habe ich von dieser Seite übernommen; die Gestaltung habe ich selbst gemacht. Wenn du möchtest, kannst du dir die Vorlage gerne hier herunterladen und dann nach Bedarf ausfüllen:

Die Ritter der Tafelrunde

Zur Feier des Ritterschlages wurde nun ordentlich aufgetischt: Da es im Mittelalter bei uns in Europa noch keine Kartoffeln gab, waren Pommes zum Abendessen natürlich keine Option 😉

Dafür wurden Hähnchenschenkel im Ofen knusprig gebacken, dazu servierte die Burgherrin Brot mit Kräuterbutter, kleine Bratwürstchen sowie einen Gurken-Drachen mit Käse-Trauben- bzw. Käse-Tomaten-Spießen. Zu Trinken gab es wieder Wasser, Wein und Bier – so wie es sich für ein ritterliches Gelage gehört!

Das Essen kam bei allen sehr gut an; die Jungs feierten vor allem das stilechte Mit-den-Händen-Essen 🙂

Nehmt Abschied, Brüder

Nach dem Essen wurde sich noch eine Weile (freundschaftlich) geprügelt, dann wurden die frisch geschlagenen Ritter einer nach dem anderen abgeholt.

Die Mitgebtüten habe ich dieses Mal ganz schlicht beschriftet und das entsprechende Wappen des Kindes darauf gezeichnet. In die Tüten kam neben den Süßigkeiten aus der Piñata noch ein kleines Ritter-Buch und ein “Ritter-Juwel” (ein Edelstein). Außerdem konnten die Jungs natürlich ihre Urkunden und Schilde mit nach Hause nehmen.

Das war unser Ritter-Geburtstag; ein richtig schönes Fest! Die Jungs hatten alle sehr viel Spaß und so haben sich der ganze Aufwand und die Vorbereitungen wirklich gelohnt.

Habt ihr auch schon mal einen Ritter-Geburtstag gefeiert? Was habt ihr da so gemacht? Erzählt doch mal, unten in den Kommentaren.

Bis Mai haben wir erst einmal Ruhe mit Kindergeburtstagen, das ist auch schön! 🙂

Liebe Grüße und bis bald,

Rebekka

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