Familie,  Feiern,  Freebie,  Hochsensibel,  Mama-sein

Ein Dinosaurier-Geburtstag

Am Wochenende wurde unser Sohn vier Jahre alt. Wie jeder Geburtstag meiner Kinder war auch dieser ein emotionaler Tag für mich. Vier Jahre – damit habe ich irgendwie das Gefühl, kein “kleines” Kind mehr zu haben…

Da er seit einer Weile großer Dinosaurier-Fan ist (und sich auch schon ziemlich gut auskennt), stand das Motto für seinen Kindergeburtstag schnell fest: Es sollte eine Dinosaurier-Party werden. Mein Mann (selbst seit Kindheitstagen ein unangefochtener Experte auf dem Gebiet) war begeistert – ich stöberte erst mal auf Pinterest nach Ideen.

 

Die Einladungskarten bastelten die Kinder und ich an einem grauen Nachmittag. Wie gut, dass die große Schwester schon so virtuos mit der Schere umgehen kann und dass es im Internet genug Bilder von Dinosauriern zum Abzeichnen gibt…

Was mich an diesem Geburtstag ganz besonders freute, war die tolle Unterstützung und uneingeschränkte Freude unserer Tochter. Sie packte drei eigene Geschenke für ihren Bruder ein, half beim Basteln der Einladungen und steuerte selbst (aus)gemalte Bilder für die Deko bei. Als die kleinen Gäste eintrudelten, spielte sie mit den Kindern, zeigte den Weg ins Kinderzimmer (und ins Bad) und freute sich neidlos über die tollen Geschenke.

Für den kleinen großen Geburtstagsjungen selbst war der Tag ziemlich voll und laut und überfordernd. So viel Aufmerksamkeit, so viele Geschenke, so viel Trubel, dauernd will jemand etwas von einem, während man selbst einfach nur mit all den schönen Dingen spielen möchte, die man geschenkt bekommen hat… Das ist für ein Kind, das seine Ruhe braucht und liebt, und das mindestens eine hochsensible Tendenz hat, nicht leicht zu bewältigen.

Wahrscheinlich war es auch ein bisschen zu viel Programm für einen Tag – vormittags Gottesdienst und nachmittags Kindergeburtstag mit sechs Gästen… Da blieb nicht viel Zeit zum Spielen, Kuscheln und Genießen. Das fiel auch mir als Mutter schwer. An so einem Tag möchte ich in Erinnerungen schwelgen, mein Kind extra oft ans Herz drücken und im Kreis der Familie das Geschenk dieses Lebens feiern!

So lernen wir, wieder einmal, dass weniger oft mehr ist, und dass wir für das nächste Jahr neu überlegen müssen, wie wir den Geburtstag bewusst so gestalten, dass er vor allem Freude, Gemeinschaft und Wertschätzung beinhaltet (und weniger Stress, Trubel und Zeug).

Nichtsdestotrotz macht es mir natürlich unheimlich viel Spaß, einen Kindergeburtstag vorzubereiten! Es gibt so viele Ideen, die man  umsetzen kann – und ich gehöre auch einfach zu den Müttern, die gern basteln und dekorieren und denen so etwas leicht fällt. Ich weiß, dass es manchmal deprimieren und am Selbstwertgefühl kratzen kann, wenn man auf Blogs oder Instagram oder in Magazinen sieht, wie scheinbar “perfekt” es in manchen Familien zugeht, am Kindergeburtstag oder überhaupt. Aus diesem Grund habe ich mir überlegt, ob es überhaupt gut und sinnvoll ist, euch zu zeigen, wie wir gefeiert haben und wie die Deko aussah (zumindest bis zu dem Moment, als wir uns zum Essen an den Tisch setzten)… ich möchte nicht, dass jemand das Gefühl hat, als Mutter nicht zu genügen, nur weil sie selbst nicht basteln kann oder mag.

Letztlich habe ich mich entschieden, euch die Bilder zu zeigen – weil sie auch erfreuen und inspirieren können – und gleichzeitig ganzheitlich und ehrlich über den Kindergeburtstag zu schreiben. So sehr ich nämlich die Vorbereitungen und das Basteln und Dekorieren mag, so wenig bin ich in meinem Element, wenn die Gäste alle da sind und das Chaos seinen Lauf nimmt!

All die Krümel, der Lärm, die Unordnung, kleine Streitereien – das bringt mich schnell an meine Grenzen. Ich bin jedesmal unendlich dankbar für meinen Mann und meine Schwester, die das Programm (und letztlich die Kinder…) so gut managen und mich da entlasten. Während ich im Hintergrund die Überreste der Kuchenschlacht beseitige und später das Abendessen vorbereite, haben die Kinder ihren Spaß mit Erwachsenen, die das Gewusel mögen.

So hat jeder und jede von uns ihre Stärken und Schwächen, Möglichkeiten und Grenzen, und das ist total in Ordnung – ja, sogar gut, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und entlasten und alle sich mit ihren Gaben einbringen. Zu einem gelungenen Kindergeburtstag gehört so viel mehr als ein mottogerecht gedeckter Tisch (wahrscheinlich fällt die Deko sowieso kaum einem Kind auf…)!

Diese wunderschönen Sukkulenten gehörten zu unserer Tischdeko – als “Urpflanzen” sozusagen. Den Tisch hatten wir wieder mit braunem Packpapier beklebt, auf welches ich mit einem schwarzen Permanent Marker ein paar “Dinosaurier-Spuren”, Dino-Knochen und Steinchen zeichnete. Die Sukkulenten, einige Dino-Figuren, Farnblätter aus Tonkarton und kleine, weiße Marshmallows (als “Kieselsteine”) bildeten ein einfaches, aber wirkungsvolles Ensemble.

Unser Sohn bekam den von ihm gewünschten Schokokuchen: Mit Party-Dinosaurier obendrauf! (Auf dem Sprechblasen-Topper steht natürlich “Happy Birthday” 🙂 ) Und die große Schwester steuerte auch noch einen süßen Dino aus Papier bei.

Außer dem Schokoladenkuchen gab es noch Stegosaurus-Cupcakes (liebevoll gebacken und verziert von meiner Schwester) und Dinosaurier-“Eier” (aka Weintrauben).

Wie schön, dass wir den Geburtstag bei strahlendem Sonnenschein feiern konnten! Davon hatten wir in den letzten Wochen wahrlich viel zu wenig in Berlin.

Solange es draußen noch hell war, wollten wir mit den Kindern wenigstens ein bisschen raus an die frische Luft. Mein Liebster hatte eine Mini-Schatzsuche vorbereitet und mit Kreide Dino-Spuren aufgemalt. Diese Spuren führten die kleinen “Urzeit-Experten” (wie unser Sohn sich und seine Freunde nannte) zum Sandkasten, wo sie die Einzelteile eines Dino-Skelettes ausbuddelten. Bis auf ein Teil fanden sie auch tatsächlich alle!

Weil es trotz des Sonnenscheins ziemlich kalt war, gingen wir bald zurück ins Warme, wo ein oder zwei Kinder dabei mithalfen, das Dinosaurier-Skelett zusammenzusetzen. Gar nicht so einfach – aber das Ergebnis konnte sich schon sehen lassen! Ziemlich cool, so ein T-Rex!

Die anderen Kinder spielten währenddessen im Kinderzimmer. Abgesehen von der Schatzsuche und dem obligatorischen Topfschlagen gab es kein weiteres Programm. Unser Sohn wollte sowieso am liebsten mit seinen neuen Spielsachen spielen und auch die anderen Kinder waren glücklich damit, sich im Kinderzimmer zu beschäftigen oder mit einem Erwachsenen ein Gesellschaftsspiel zu spielen.

Zum Abendessen gab es Pommes mit Dino-förmigen Chicken-Nuggets und Gemüse-Sticks. Die kleinen Gäste wollten aber viel lieber noch ein bisschen weiterspielen und vor allem ihre Geschenktüten auspacken: Jedes Kind bekam zwei Postkarten (ein bisschen Eigenwerbung…), eine Schoko-Münze, einen Stempel und eine Dino-Figur, die man vom Finger schnipsen lassen kann. In die Tüte kamen außerdem die beim Topfschlagen ergatterten Süßigkeiten.

Jede Mitgebtüte hatte ich mit einem Dino aus Tonpapier und einem Wackelauge beklebt. Das ging schnell und sieht gut aus, finde ich.

Als kleines Geschenk für euch habe ich die Dinosaurier, die ich nach Bildern aus dem Internet gezeichnet habe, als kostenloses Printable zusammengestellt. Ihr könnt euch die Vorlage als PDF herunterladen und dann nach Lust und Laune verwenden – für Geschenktüten oder als Dino-Girlande oder was auch immer.

Das war der Dino-Geburtstag – möglicherweise der erste in einer mehrjährigen Tradition, wer weiß…

Ideen haben wir auf jeden Fall noch genug für weitere Dinosaurier-Partys 🙂 Auf Pinterest habe ich ein eigenes Dinosaurier-Geburtstag-Board erstellt; bei Interesse schaut doch gern mal vorbei (ich liebe ja diese Plattform…)!

Ich bin so gespannt, welche Interessen und Vorlieben meine Kinder noch entwickeln und/oder ausbauen werden! Und ich freue mich auf das neue Lebensjahr unseres Sohnes, auf ganz viel gemeinsames Entdecken und Wachsen und Kuscheln…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.