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34

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Schmeckt und seht, wie freundlich der HERR ist.

Wohl denen, die ihm vertrauen!

Psalm 34,9

 

Jetzt bin ich also 34. Und ich finde das wunderbar! Für mein 24-jähriges Ich hätte 34 noch ziemlich „alt“ geklungen und wahrscheinlich ein bisschen beängstigend, aber jetzt gerade fühlt es sich einfach gut an. Sogar besser als 24.

Älter werden ist ein Geschenk. Nicht alle Menschen, nicht alle Frauen, nicht alle Mütter werden 34. Und nicht alle werden es so behütet und von Leid verschont wie ich. Mir ist das sehr bewusst. Das Wissen um dieses Privileg macht demütig – und dankbar!

Ich bin 34 und drei meiner vier Großeltern leben noch. Ich bin gesund und meine Familie ist es auch. Wir leben in Sicherheit und haben so viel mehr als nur das, was wir zum Überleben brauchen. Und ehrlich gesagt, ich finde 2020 auch gar nicht mehr sooo übel…

34. So langsam habe ich das Gefühl, bei mir selbst angekommen zu sein. Mit 34 fühle ich mich viel freier als mit 24 – als ich, objektiv gesehen, äußerlich noch viel freier war, im Studium und ohne Kinder. Die Freiheit, die ich meine, ist eine innere.

Ich traue mich mehr: Mich selbstständig machen. Große Ohrringe und bunten Nagellack tragen, und Kleider mit wilden Mustern. Heute tue ich viel mehr von den Dingen, die ich „früher“ gern getan hätte, aber aus Angst, was andere über mich denken könnten, nicht tat.

34. Ich hätte nicht gedacht, mit 34 Jahren noch Pickel zu haben. Andererseits hatte ich mir mein 34-jähriges Ich mit viel mehr Falten und grauen Haaren vorgestellt… Und ich hätte gedacht, dass mir die körperlichen Veränderungen viel mehr ausmachen würden. Das Gegenteil ist der Fall! Heute weiß ich, dass ich mir die Haare nicht färben werde, wenn graue Strähnen kommen. Und dass ich mich ohne viele Cremes und Zeugs im Gesicht einfach wohler fühle.

Ja, ich fühle mich tatsächlich immer wohler in und mit meinem Körper. Ich habe kaum noch das Bedürfnis, mich zu verstecken. Vielmehr bin ich meinem Körper dankbar für das, was er Tag für Tag leistet. Und er kann viel mehr leisten als ich das von ihm wusste. Mein Körper ist nicht dazu da, anderen zu gefallen oder einer bestimmten Norm zu entsprechen. So langsam verstehe ich das.

34. Ich vergleiche mich weniger mit anderen. Bin zufriedener mit dem, was ich bin und habe. Und ich weiß, was ich kann – und dass ich (fast) alles lernen kann, was ich möchte. Gerade die letzten Monate haben mir gezeigt, dass ich viel mehr schaffe, als ich mir ursprünglich zugetraut hatte. Und dass Veränderung wirklich möglich ist, auch in einem Bereich, den ich schon abgeschrieben hatte.

34. Bis zu meinem 35. Geburtstag wollte ich die „Familienplanung“ abgeschlossen haben… So langsam wird die Zeit knapp. Werden wir noch ein drittes Kind bekommen? Kann das überhaupt noch klappen? Wollen wir das wirklich noch, mit diesem großen Abstand zu den anderen beiden?

Während wir bereits die Kindergartenzeit hinter uns gelassen haben (wie schnell ging das denn bitte?!), werden um mich herum meine Freundinnen schwanger. Die zweite Baby-Welle seit Beginn unseres dritten Kinderwunsches. Immer wieder tut es weh. Immer wieder fällt es mir schwer, mich für die werdenden Mütter zu freuen. Immer wieder hadere ich mit dem, was nicht ist.

Und dann schaue ich mir meine zwei großen, wunderbaren Kinder an. Denke an all das, was für mich beruflich, künstlerisch gerade möglich ist. Da ist so vieles, für das ich dankbar bin. Mein Herz ist voll. Darauf will ich meinen Blick lenken.

34. Das sind auch 34 Jahre mit Jesus. In den letzten Monaten habe ich gemerkt, wie wichtig Gemeinschaft für mein Glaubensleben und meine Beziehung mit Gott ist, und wie sehr mir diese Gemeinschaft gerade fehlt.

Ich bin nicht so treu, wie ich gerne wäre. Und merke dabei, wie treu Er ist. Er hat mich bis hierhin durchgetragen. Mehr und mehr lerne ich, dass es wirklich nur auf Ihn ankommt. Die Freiheit, von der ich oben sprach, sie kommt von Ihm. Mein Glaube ist ein anderer als der, den ich mit 24 hatte. Gott stellt meine Füße auf weiten Raum. Die Veränderung macht mir keine Angst mehr, weil ich weiß, dass Er Derselbe ist und bleibt. Auf Ihn kommt es an. Ich will sein, wo er ist. Wenn ich in der Liebe wachse, dann ist es gut. Er ist es, der mein Herz kennt.

34. Ich schaue gern zurück auf das, was war. Da ist so vieles, was ich schon tun und erleben, sehen, schmecken und fühlen durfte! So viele Geschenke. So viele Menschen, die mich begleitet und geprägt und geliebt haben – und das noch immer tun. Wenn ich mir mein Leben so ansehe, kann ich nur staunen über all das, was ist. Und ich freue mich auf das, was kommt! Da sind schon noch so ein paar Dinge, die ich tun möchte…

Mit 34 verspüre ich aber auch weniger Druck. Ja, da sind noch Träume und Pläne und Wünsche. Und es gibt Frauen, die mit 34 schon sehr viel mehr bewirkt und bewegt und erreicht haben als ich. Sehr viele Frauen… Sie kämpfen für Menschenrechte, sie schreiben Romane und Gesetze, entwickeln Medikamente und regieren Länder, die singen vor Zehntausenden und besteigen Achttausender. Und das ist großartig. Ich feiere sie dafür!

Ich weiß, dass alles seine Zeit hat. Der Tag hat 24 Stunden und meine Kräfte sind begrenzt. Für mich haben aktuell noch die Kinder Priorität. Diese Lebensphase wird schneller vorbei sein als ich es mir jetzt vorstellen kann. Deshalb möchte ich im Hier und Jetzt sein und die Zeit auskosten. Alles andere kommt später – und was auch immer das ist, nehme ich aus Gottes Hand.

Meinen 34. Geburtstag habe ich im kleinen Kreis mit ein paar engen Freundinnen gefeiert. Ich bin so dankbar für diese großartigen Frauen in meinem Leben, die mich schon Jahrelang begleiten, mich kennen und unterstützen, ermutigen und auch ertragen, die mich annehmen wie ich bin und mir wertvolle Vorbilder sind.

Meine Freundinnen sind wunderschöne Blumen, jede von ihnen einzigartig, und so stand unser gemeinsamer Brunch auch unter dem Motto Blumen und Blüten. So habe ich viele verschiedene Blumen besorgt und in Vasen auf dem Tisch und im ganzen Raum verteilt, und mir einen neuen, floralen Tischläufer gegönnt.

Auch kulinarisch standen Blüten im Mittelpunkt: Ich habe essbare Blüten im Internet bestellt (ein Luxus, den man sich einmal im Leben gönnen kann…) und das Essen damit aufgepeppt:

So gab es aromatisiertes Wasser mit Minze, Limette und Blüten-Eiswürfeln, bunte Blümchen-Butter zum Brotkorb, Sommerrollen mit Blüten und natürlich wurden auch der Obstsalat, der Räucherlachs, das Cheese-Board und die Buttermilch-Blaubeer-Tarte mit Blüten dekoriert.

Schenken ist eine meiner Liebessprachen und so habe ich für jede meiner Freundinnen ein kleines Geschenk gepackt: Eine Samenbombe und ein Duschgel zusammen mit einer persönlichen Karte.

Ich bin eine Beschenkte, auch und gerade in meinen Freundschaften, und so war es mir wichtig, meine Dankbarkeit und Wertschätzung auf diese Weise zum Ausdruck zu bringen.

Nach dem Essen und Geschenke auspacken waren ein paar von uns dann noch ein bisschen kreativ und haben Aquarellblumen gemalt – wir hatten ja genügend verschiedene Blumen als Inspirationsquellen 🙂

Es macht immer so viel Spaß gemeinsam am Tisch zu sitzen und einfach vor sich hin zu malen! Immer wieder denke ich, dass ich das viel häufiger machen sollte… 

Der Beginn meines neuen Lebensjahres war also schon mal wunderbar – so kann ich zuversichtlich in die Zukunft schauen!

Was auch immer die nächsten 12 Monate bringen werden, Corona-mäßig, familiär, gesundheitlich, politisch… darüber habe ich keine Kontrolle. Ich kann meinen kleinen Beitrag leisten, mein Bestes geben, bin aber ansonsten dazu aufgefordert, zu vertrauen und alles aus Gottes Hand zu nehmen.

Ich mag meinen “Geburtstagspsalm” in diesem Jahr, Psalm 34 – da steckt so viel Gutes drin! Lest ihn euch unbedingt mal durch; ich freue mich auf jeden Fall darauf, dass dieser Psalm mich durch das nächste Jahr begleiten wird.

 

4 Kommentare

  • Lenka

    Liebe Rebekka,

    von mir auch einen ganz herzlichen Glückwunsch zu Deinem 34. Geburtstag und Gottes reichen Segen mit viel Kraft und Freude für Dein neues Lebensjahr.
    Da hast du ja eine wunderbare Geburtstagstafel gehabt. Ich bewundere immer so sehr Deine Kreativität und schön, dass Du uns daran Anteil haben lässt.
    Liebe Grüße
    Lenka

    • rebekkasloveletter

      Liebe Lenka, hab vielen Dank für deine lieben Worte und die guten Wünsche!
      Ganz liebe Grüße aus dem verregneten Berlin 🙂
      Rebekka

  • Judith

    Liebe Rebekka!
    Herzlichen Glückwunsch und Gottes Segen zu deinem 34.Geburtstag!
    Was für eine wunderschöne Geburtstagsfeier mit den vielen schönen Blüten und deinen vielfältigen kreativen Ideen! Und ja, so muss man es sehen… Es ist ein großes Geschenk wieder ein Jahr älter geworden zu sein… Deinen Dank darüber hast du so schön in Worte verpackt! 🙂
    Alles Liebe
    Judith

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